Edinburgh Book Festival 2015 | Cat Clarke

Cat Clarke_1Auch Cat Clarke nahm an einer Doppellesung teil, und zwar mit Kat Ellis. Allerdings interessierte mich deren Buch dann doch weniger und es erschien mir gemein genug, beim Signieren nur Cat nach einer Signatur zu fragen, weswegen ich es mit einem Foto nicht noch fieser machen wollte. Deswegen nur ein unschöneres Foto aus der Ferne. (Dementsprechend hab ich mir auch wieder nur Notizen zu Cat Clarke gemacht – vorgestellt hat sie übrigens ihr neues Buch, The Lost and the Found, in dem nach dreizehn Jahren ein Mädchen wieder auftaucht, das im Alter von sechs Jahren entführt wurde. Auch wenn die beiden sicherlich Parallelen aufweisen: Da wäre der Name, und auch der Fakt, dass es in beiden vorgestellten Büchern um verschwundene Mädchen geht, die am Anfang wieder auftauchen. Und in beiden Fällen gibt es einen französischen (Stief-)Vater.)

Zunächst mal wieder zur Autorin:

● Als einleitende Frage wurde besprochen, ob sie lieber Eichhörnchen als Füße haben würde, oder Muffins als Hände. Sie fände die Eichhörnchen praktischer. xD (Kat Ellis würde die Muffins bevorzugen, wenn sie sich jeden Tag regenerieren.)
● Sie dachte früher, es wäre klasse, von einem Hai angegriffen zu werden, da die Narben so cool wären. (Die Liebe für Narben teilen wir … weswegen wir uns beim Signieren auch teilweise darüber unterhielten. ;D)
● Sie war als Kind/Teenager schon sehr interessiert an Kindesentführungen und Serienmorden. Sie fragte sich dann immer, wie es für die Familien und besonders die Geschwister ist, wie feiern sie Weihnachten etc. Ebenso machte es sie seit jeher traurig, dass manche Fälle sehr groß besprochen werden, und andere nicht mehr als einen Miniartikel in der lokalen Zeitung bekommen. Dementsprechend kommen die Medien in ihrem Buch auch nicht besonders gut weg. (Speziell eine, die sie zunächst nicht benannte, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es die Sun ist – quasi die Bild der UK und qualitativ eher wertlos.) Ihr fiel allerdings erst hinterher auf, dass das für Rezensionen eventuell nicht allzu gut ist. xD
● Als Kind liebte sie Christopher Pike (den Autoren, nicht die Star-Trek-Figur), und auch Sidney Sheldon hat es ihr angetan. Abgesehen davon empfiehlt sie zum Beispiel auch Sarah Crossan, deren neuestes Buch, „One“, über siamesische Zwillinge und in Versform dieses Jahr erschien.
● Für Leute in Edinburgh: Sie empfiehlt die Bibliothek in Portobello. ;)

Und zu ihrem Schreibprozess (und was in Zukunft so ansteht):

● Sie findet Fiction toll, weil du im Grunde schreiben kannst, was du willst. (Mit gewissen Einschränkungen … aber theoretisch ist wirklich alles möglich.)
● Früher schrieb sie allerdings Sachbücher für Kinder – über allerlei Themen wie das Wetter … und Haie …
● Sie findet, dass das Schreiben mit der Zeit immer schwerer wird, weil Leser_innen (und generell alle anderen) mit der Zeit Erwartungen entwickeln. Meist wollen die Leute etwas ähnliches wie zuvor haben, und du kannst nicht mehr einfach schreiben, was du willst – das ist beim ersten Buch noch eher möglich.
● Andererseits ist es auch eine Herausforderung an sich selbst, trotzdem auch anderes und besseres zu schreiben.
● Sie ist auch mit jedem Buch wieder nervös und weiß vorher nicht, ob sie es wirklich beenden kann – bei einem Buch blieb sie monatelang stecken, bis sie das Thema der Geschichte änderte,  und das Schreiben auf einmal wieder ging.
● Sie hasst es, ihre Bücher noch einmal zu lesen, wenn sie veröffentlicht wurden. „The Lost and the Found“ hat sie zuletzt im April 2014 gelesen und dann war es auch nur Querlesen.
● Früher hat sie nie den Plot im Voraus geplant, das hat aber bei „Undone“ überhaupt nicht geklappt und sie sehr viel Zeit gekostet, das alles zu entknoten. Seither entwirft sie vorher einen vagen Plot, auch wenn ihre Geschichten meistens doch anders enden als geplant; es ist für sie mehr ein Sicherheitsnetz und eine grobe Orientierung.
● Sie liebt die Erzählperspektive aus der ersten Person und wird auch vorerst dabei bleiben. Sie hat es mal aus der dritten Person probiert und das … lief nicht so gut.
● Für sie dauert es meist 5.000 bis 10.000 Wörter, ehe sie in einer Geschichte drin ist. Sobald sie dort angekommen ist, geht sie zurück und überarbeitet den Anfang.
● Bei der Frage, ob sie ihre Charaktere vermisst, gab sie zu, dass sie die Hauptfiguren manchmal ganz schön satt hat und eher Nebenfiguren vermisst – meistens auch die, die Leser_innen mögen. (Im Fall des neuen Buchs wäre das dann Michel.)
● Beim Schreiben denkt sie eigentlich nicht über die Zielgruppe nach (auch wenn sie anerkennt, dass Kategorisierungen für die Läden und den Verkauf wichtig sind), sondern schreibt, was sie selbst lesen wollen würde. (Natürlich gibt es dann trotzdem Kommentare vom Lektorat à la „das kannst du nicht sagen“ – „fuck“ zum Beispiel.)
● Für ihr aktuellstes Buch bestand ihre Recherche zum Großteil darin, über das Trauma von Kindesentführungen zu lesen, da sie ein reales Bild in ihrem Buch bieten wollte.
Cat Clarke_2● Ihr nächstes Buch handelt von Freundschaft und Obsession und spielt in einem Internat in den schottischen Highlands. Aber wer weiß, am Ende ist es vielleicht doch wieder ganz anders.

Lustigerweise bemerkte sie beim Signieren meine Jacke, die das Logo vom British Quidditch Cup 2015 trug und fragte, ob das ernst gemeint sei – und wenn ich eine Gelegenheit bekomme, über Quidditch zu brabbeln, dann mach ich das auch. Cat Clarke weiß dank mir nun also, dass Quidditch tatsächlich als Sport gespielt wird, auch wenn sie bisher meiner Einladung zu einem unserer Trainings nicht gefolgt ist. Ich hab bei der Widmung aber ein Kompliment für meine Fähigkeiten als Treiberin bekommen, das ist doch auch was. ;)

Advertisements

Und ihr so?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s