None of the Above | I.W. Gregorio

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Genre: YA, Contemporary
Verlag: Balzer + Bray
ISBN: 978-0-062-33531-9
Preis: $17.99
Erscheinungsdatum: April 2015
Format: Hardcover

Goodreads

A groundbreaking story about a teenage girl who discovers she’s intersex . . . and what happens when her secret is revealed to the entire school. Incredibly compelling and sensitively told, None of the Above is a thought-provoking novel that explores what it means to be a boy, a girl, or something in between.

What if everything you knew about yourself changed in an instant?

When Kristin Lattimer is voted homecoming queen, it seems like another piece of her ideal life has fallen into place. She’s a champion hurdler with a full scholarship to college and she’s madly in love with her boyfriend. In fact, she’s decided that she’s ready to take things to the next level with him.

But Kristin’s first time isn’t the perfect moment she’s planned—something is very wrong. A visit to the doctor reveals the truth: Kristin is intersex, which means that though she outwardly looks like a girl, she has male chromosomes, not to mention boy „parts.“

Dealing with her body is difficult enough, but when her diagnosis is leaked to the whole school, Kristin’s entire identity is thrown into question. As her world unravels, can she come to terms with her new self?

Content Note: Einige Charaktere reagieren sehr hasserfüllt auf die Nachricht, dass Krissy intersex ist, und sie selbst zeigt großen Selbsthass, nachdem sie es selbst erfährt. Gleichermaßen machen viele Charaktere Gender an Genitalien fest. (Als kleineren Punkt: Soweit ich weiß, basieren die persönlichen Erfahrungen der Autorin lediglich darauf, dass sie als Chirurgin Kontakt zu Patient_innen hat(te), die intersex sind. Falls ihr euch erst einmal die Autorin ansehen wollt, ehe ihr zum Buch greift: hier ist ihre Website.)

Diversity-Check: Wie die Thematik des Buches schon verrät, ist die Protagonistin intersex.

Zum Buch:
Wenn ihr bereits etwas belesener seid, was das große, weite Themenfeld Gender angeht, wird euch das Buch wohl etwas weniger bieten. Was es aber sehr gut aufzeigt, ist, wie wichtig solche Bücher trotz allem sind, weswegen ihr es euch dennoch mal anschauen solltet. Momentan will mir nämlich kein anderes (Jugend-)Buch einfallen, das bei den Mainstreamverlagen untergekommen ist und dessen Protagonist_in intersex ist (oder irgendein anderer Charakter). Und oftmals sind die Leute eben nicht belesen – vor allem nicht die, die es selbst betrifft. Dass das schlimme Folgen haben kann, wird sehr ausdrücklich an Krissy Lattimer gezeigt. Deswegen ist es wichtig, diese Bücher zu unterstützen und bekannter zu machen – damit ein paar Leute mehr Bescheid wissen.

Krissy hatte keine Ahnung. Sobald sie erfährt, dass sie interex ist, stellt sie sofort ihr Gender in Frage und ist überzeugt, dass ihr Körper bestimmt, wer sie ist – sie kann schließlich nicht ein Mädchen sein, einfach nur weil sie denkt, dass sie eines ist, richtig? Nun, falsch, genau das ist das Wichtigste: Sie ist, wer sie denkt und weiß, wer sie ist, unabhängig davon, wie ihr Körper aussieht, wie ihre Chromosomen kombiniert sind und so weiter. Die meiste Zeit über wollte ich einfach nur mit Krissy reden, um ihr zu bestätigen, dass all das nichts ändern muss. Denn während es stimmt, dass es für einige Personen wahr ist, dass es mehr eine Bestätigung ist, dass das Gender, das ihnen bei ihrer Geburt zugewiesen wurde, nicht ihres ist – es stimmt nicht für alle und für andere ist das ihnen zugewiesene Gender tatsächlich ihres, ob sie nun intersex sind oder nicht. (Damit eihergehend heißt es eben nicht gleich, dass eine Person trans ist, wenn sie intersex ist – es ist eine Möglichkeit, aber genauso muss jemand nicht intersex sein, um trans zu sein.)

Leider ist Krissys Umfeld nicht durchgehend unterstützend und größtenteils selbst unwissend. Sie wird angefeindet, ihr Gender in Frage gestellt – was sich nicht nur auf ihr persönliches Leben auswirkt. Vielleicht habt ihr schon mal von Sportlerinnen gehört, die im Nachhinein von Wettbewerben disqualifiziert werden oder gänzlich gesperrt werden, weil sich herausstellt, dass sie intersex sind – und Offizielle dann den Fehlschluss ziehen, dass diese Sportlerinnen deswegen einen Vorteil haben, weil sie angeblich keine „richtigen Frauen“ sind. Auch Krissy muss diese Erfahrung machen, als wären die Reaktionen ihrer Mitschüler_innen nicht schon schlimm genug.
Da ist es kein Wunder, dass Krissy zusätzlich zu ihrer anfänglichen Verwirrung sich selbst zu hassen lernt. Sie denkt, sie sei ein „Freak“ und will die Augen davor verschließen, anstatt Menschen zu finden, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.

Es ist letztlich ein Blick darauf, was passiert, wenn wir in einer Gesellschaft aufwachsen, die Gender strikt binär einteilt, Abweichungen erst nach und nach zu akzeptieren lernt (und vor allem erst mal nur im Bereich, wie Gender präsentiert wird – Kommentare über Männer, die mal einen Rock oder einen Kleid tragen, gibt’s immer noch) und außerdem je nach Gender einer Person andere Regeln aufstellt – und wenn eine Person dann plötzlich gesagt bekommt, dass sie in diese Aufteilung, die sich die Gesellschaft einbildet, nicht reinpasst. Selbst wenn wir die Reaktionen von außen mal wegnehmen: Wie soll mensch damit klarkommen, wenn kaum Informationen bereitstehen und kaum wer Bescheid weiß? Krissy ist nur ein Beispiel, und wer anders würde andere Entscheidungen treffen, keine Frage. Aber selbst Bescheid zu wissen und sich selbst zu akzeptieren, das ist ein großer erster Schritt, auch wenn das längst nicht alles ist und die Verantwortung genauso, wenn nicht gar mehr, bei anderen liegt, sich zu informieren – und andere Menschen einfach in Ruhe zu lassen.

Abgesehen davon ist die Geschichte ein fesselndes Buch, das vor allem durch die Konflikte lebt, die die Protagonistin mit sich selbst hat – wird sie lernen, sich zu akzeptieren, oder nicht? Können andere ihr helfen, oder sind die Vorurteile zu viel? Wird sie überhaupt Hilfe annehmen wollen? Nur das Ende erschien mir ein wenig zu hastig – auf einmal ist alles vorbei und es wird zwar behaupet, diverse Konflikte seien geklärt, aber so richtig stimmt das nicht.

04

„None of the Above“ ist definitv das Lesen wert – und das nicht nur, weil es sich gut lesen lässt. Gewissermaßen ist das Gegenteil der Fall, denn all der Hass, mit dem Krissy von sich selbst und von anderen konfrontiert wird, sorgt nicht gerade für angenehme Lesestunden. Es ist aber ein wichtiges Buch, vor allem für die, die (noch) nicht wissen, was ‚intersex‘ bedeutet, und was es für die Leute mit sich bringt, die intersex sind.

balken_blau

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