Webcomic | No End

Es ist jetzt bald drei Monate her, dass ich zum ersten Mal einen Webcomic vorstellte, da wird es doch langsam mal Zeit für den nächsten. Diesmal an der Reihe ist No End aus der Feder von Erli & Kromi. Entdeckt habe ich den Comic, wie auch „Sharp Zero“, auf Tapastic, diesmal aber durch die täglichen Empfehlungen. Da tauchte eine Seite auf, sah gut aus und schon war es um mich geschehen. Wer sich außerdem für Zombiegeschichten interessiert, sollte hier auf jeden Fall weiterlesen – „The Walking Dead“ läuft zwar momentan wieder, aber da ist irgendwann auch wieder Pause, „No End“ läuft aber weiter. ;)

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Die Tapastic-Beschreibung:
No End is a weekly updating webcomic about a group of people trying to survive and make lives for themselves in a cold, post-apocalyptic world ravaged by hordes of undead.

LGBTQ+ themes, content warning for occasional blood, gore, violence and strong language.

Es wird wohl keine_n überraschen, dass „No End“ öfter mal ernste(re) Töne anschlägt – Zombies streifen durch das Land, das Militär hat mehr Macht, als es haben sollte, sodass selbst das Leben in den Städten alles andere als sicher ist. Ressourcen sind knapp und Hoffnung … ja, Hoffnung für was denn? Solche Geschichten können entweder gähnend langweilig sein oder ungemein spannend und im Fall von „No End“ ist letzteres der Fall. Warum? Weil ihr euch wünschen werdet, dass die Charaktere überleben. Die Geschichte startet mit Benny und Modra, die Unterschlupf für die Nacht suchen. Benny ist ein mürrischer Scharfschütze, der durchaus gut allein zurechtkommen würde. Modra … hat medizinisches Wissen, hat den Finger etwas zu schnell am Abzug und macht Krach, wenn das das Letzte ist, das sie gebrauchen können. Und so treffen sie auf Jenn, ihren Bruder Wight und Cotton, allesamt Deserteur_innen des Militärs, die die beiden eher zögerlich temporär in ihrer Gruppe aufnehmen. (Hauptsächlich auch nur, weil Cotton Modra gleich als Welpe abstempelt und ihn rauszuwerfen genau das Gleiche wäre, als wenn er einen Welpen treten würde …)
Die Gruppe hat Chemie. Die meiste Zeit über könnten sie unterschiedlicher nicht sein: Cotton bringt eh alle regelmäßig auf die Palme mit seinen unangebrachten Witzen, Benny kann ein ziemliches Arschloch sein, Modra ist noch immer zu naiv für diese Welt, Jenn hat viel zu viele Sorgen, als dass sie wem wirklich vertrauen könnte und Wight … nun, das wär ein Spoiler. Und manche von ihnen haben in ihrer Vergangenheit Schlimmes getan, trotzdem sind sie keine durchweg schlechte Menschen. Es sind Menschen, die sich umeinander sorgen und einander helfen – auch wenn einige von ihnen das manchmal ganz schön verfluchen. ;)
Ein weiterer Pluspunkt: Sowohl die Kerngruppe als auch Nebencharaktere repräsentieren die Vielfalt der Welt in … fast jedweder Hinsicht. (Wenn ich die FAQs richtig verstanden habe, sind bisher alle Charaktere cisgender. Drei weitere werden später noch zur Gruppe stoßen und ein Charakter, Abby, ist trans.) Ansonsten kommen sie alle aus verschiedenen sozialen Hintergründen, haben verschiedene Ethnien, verschiedene Sexualitäten (nur hetero ist keine_r), sehr verschiedene Mentalitäten … gewissermaßen werden auch (physische) Behinderungen angesprochen, wenn auch eher metaphorisch, bisher. Und was die Psyche angeht – es ist die Zombieapokalypse, alle haben da mit etwas zu kämpfen, und alle reagieren anders.
Letzten Endes sichert die Vielfalt an Charakteren auch, dass wohl alle die eine oder andere Figur finden, mit der sie sich identifizieren können und um die sie sich sorgen. Und das bringt Fragen mit sich: Wohin werden sie gehen? Ist es da sicher? Werden sie jemals sicher sein? Die Zombies wandeln seit 80 Jahren umher, da wird sich wohl nicht mehr viel machen lassen – werden sie also jemals wirklich sesshaft werden können oder ist es wie der Titel schon sagt, es gibt kein Ende?

Aber nicht verzagen, es gibt auch ordentlich was zu lachen. Der Webcomic hält da so ziemlich die Balance, auch wenn nicht auf jede ernste Szene sofort ein Witz folgt. Aber die Geschichte hat ihre hellen Momente; vor allem dank Cotton, der immer für einen Scherz zu haben ist, aber genauso durch die … nun, „alltäglichen“ Interaktionen der Charaktere. Wie alltäglich kann dein Leben schon sein, wenn du ständig nach Zombies Ausschau halten musst?

Wer etwas klarere und detailliertere Zeichenstile mag, wird hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Außer ihr könnt Blut absolut nicht ab, denn auch wenn die blutigeren Szenen (und die Zombies) manchmal ein wenig skizzenartiger wirken, an Details fehlt es trotzdem nicht. Die Autor_innen übertreiben’s nicht, aber es gibt nun mal Zombies, und da fehlen auch mal Körperteile und nicht jede Wunde wird nur angedeutet. Oh, und Blut, Blut gibt’s sowieso. Die meiste Zeit aber konzentriert sich die Erzählung auf die Gesichter der Charaktere (bisher zumindest), die auch immer wieder schön anzusehen sind. Wer meinen Beitrag zu „Sharp Zero“ gelesen hat, weiß vielleicht noch, dass Gesichtsausdrücke für mich das Wichtigste sind und auch hier wissen die Autor_innen, was sie tun.

Apropos wissen, was sie tun: Mensch kann sich zwar nicht aussuchen, wer die Geschichten liest und wie die Leute reagieren, aber Erli und Kromi sind sich keineswegs zu schade, auch da für ihre eigenen Ansichten und Werte einzustehen. Wenn manchmal Unsinnskommentare kommen, dann weisen sie auch darauf hin, dass das nicht okay ist/dass das veraltete Ansichten sind/etc. Spontanes Beispiel: Wight wirkt recht androgyn, ist eher ruhig und zurückhaltend und hat langes Haar. Als er in der Geschichte zweifelsfrei als männlich bezeichnet wird, kamen prompt Reaktionen à la dass er – mit dem Aussehen – doch gar kein Mann sein kann. Was Unsinn ist, und dafür stehen die Autor_innen auch ein.

Wenn euer Interesse geweckt ist, dann wisst ihr ja jetzt, wo ihr den Comic findet. :) Updates gibt’s regulär jeden Sonntag, auch wenn es zwischen den Kapiteln (die alle sehr lang sind, Updates gibt es seitenweise) kleine Pausen gibt, oder wenn es eben so mal notwendig ist.

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