Ultraviolet & Quicksilver | RJ Anderson

balken_blau

Ultraviolet quicksilver

Reihe: Ultraviolet #1-2
Genre: YA, Science Fiction
Verlag: Orchard
ISBN: 978-1-408-31275-9, 978-1-408-31628-3
Preis: £6.99
Erscheinungsdatum: Juni 2011, May 2013
Format: Paperback

Goodreads

Once upon a time there was a girl who was special.
This is not her story.
Unless you count the part where I killed her.

Sixteen-year-old Alison has been sectioned in a mental institute for teens, having murdered the most perfect and popular girl at school. But the case is a mystery: no body has been found, and Alison’s condition is proving difficult to diagnose. Alison herself can’t explain what happened: one minute she was fighting with Tori — the next she disintegrated. Into nothing. But that’s impossible. Right?

Content Note: Das erste Buch spielt zu einem Großteil in einer psychiatrischen Klinik, in der sich das Verständnis für die Protagonistin in Grenzen hält. Außerdem enthalten ist das Stigma vieler Menschen gegenüber mentaler Erkrankungen (ob die nun zutreffen oder nicht). Die Protagonistin wird außerdem mit sexueller Nötigung konfrontiert. Im zweiten Band ist es Belästigung, gegen Ende wird es auch sehr blutig.

Diversity-Check: Die Protagonistin des ersten Bandes zeichnet sich vor allem durch ihre Synästhesie und Tetrachromasie aus; nicht, weil das alles ist, was sie ausmacht, sondern weil das viele Missverständnisse und Ungerechtigkeiten in ihrem Leben ausmacht.
Die Protagonistin des zweiten Bandes ist asexuell, und das Buch zeigt sehr schön, dass das nicht heißt, dass asexuelle Menschen keine Gefühle hätten oder nicht an Beziehungen interessiert wären. Abgesehen davon wurde sie von ihren Eltern adoptiert.

Zum Buch:
Der Klappentext oben gilt übrigens nur für das erste Buch – will euch ja nicht spoilern. ;)

Die Geschichten spielen übrigens alle in Kanada, was auch mal eine angenehme Abwechslung ist. Ansonsten konnte mich zumindest der erste Band nur bedingt begeistern. Wenigstens Alison als Protagonistin konnte mich restlos überzeugen. Sie ist ein eher zurückgezogener, schüchterner und verschreckter Mensch, da sie durch ihre Synästhesie und Tetrachromasie von klein auf Dinge sah und schmeckte, die andere nicht wahrnahmen und sie deswegen sogar daheim „ausgesondert“ wurde. Ihre Mutter hatte seit jeher davor Angst, davor dass ihre Tochter anders ist. Sie verbat ihrer Tochter, darüber zu reden, und auch Alisons Vater hat sie nie unterstützt und die ignoranten Reaktionen der Mutter einfach hingenommen. Deswegen weiß Alison auch gar nicht, was mit ihr los ist und dass sie keineswegs die einzige ist, der es so geht. Daher zweifelt sie beständig an ihrem Verstand – vor allem nachdem sich ihre Klassenkameradin Tori vor ihren Augen in Luft aufgelöst hat, was einmal mehr die Frage fördert, was denn geschehen ist. Ist Alison vielleicht doch irgendwie für Toris Verschwinden verantwortlich? Hat sie sie getötet? Aber wenn ja, wie bitte? Und was kann sonst geschehen sein?

Andere Punkte, die überzeugten: Auch wenn die Geschichte einen SciFi-Aspekt hat (und mehr sag ich dazu auch nicht), ist sie im Großen und Ganzen doch sehr … weltlich. Wir leben nämlich in einer sehr überraschenden Welt und nicht alles verlangt nach einer übernatürlichen Erklärung.
Das Buch spricht auch sexuelle Nötigung an – dass sie nämlich nie entschuldigt werden muss, auch wenn der Täter psychisch krank ist. Warum? Weil sowas nun einmal nichts per se mit psychischen Erkrankungen zu tun hat, was ja gerne immer mal behauptet wird, wenn sich Menschen unmöglich oder gar diskriminierend verhalten.

Weniger überzeugend war da die Romanze, die nicht nur vorhersehbar und langweilig ist, sondern vor allem auch problematisch: Alison ist immerhin eine Patientin, er ist jemand, der Einfluss auf ihr Leben dort nehmen kann und schlichtweg mehr Macht hat – und der sich dessen auch bewusst ist. Und das bringt uns zum zweiten Band, der nicht nur diesen problematischen Aspekt besser anspricht, sondern auch andere, die sich in „Quicksilver“ auftun. So gibt es zum Beispiel die Eltern von Protagonistin Niki, die sie über alles liebt und denen sie viel zu verdanken hat – das hält sie aber nicht davon ab, ihnen Paroli zu bieten, wenn sie sich rassistisch verhalten. Schön ist auch, dass das geschieht, obwohl es vergleichsweise kleine Momente sind – ihr Vater sorgt sich, dass seine Tochter mit einem Koreaner zusammenkommen könnte und ihre Mutter bemerkt, dass er ja gut aussähe, für einen Asiaten. Scheinbar harmlos, ist es aber nicht, und es ist schön, dass das Buch auch darauf aufmerksam macht.

Apropos Niki, sie ist in manchen Dingen das komplette Gegenteil von Alison. Zwar ist sie insgesamt auch etwas ruhiger, ist sich ihrer selbst aber wesentlich sicherer (zum Teil garantiert auch weil sie aus einer sehr unterstützenden Familie kommt), vor allem technisch sehr versiert und mit ihrem trockenem Humor schlagartig sympathisch. Sie freundet sich mit Milo an, der leider auch die einzige zentrale Person of Colour bei den Charakteren ist (seine Familie ist koreanisch). Ich weiß gar nicht, was ich an ihm am meisten mochte: Dass er Nikis Grenzen ohne Widerrede akzeptiert? Dass er sie unterstützt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten? Zusammen geben diese beiden ein verdammt gutes Team ab; sie mögen nicht immer einer Meinung sein und Streitereien gibt es auch, aber wenn sie sich zusammenraufen, dann so richtig. Sie sind an allererster Stelle eben verdammt gut befreundet …

… was uns zu einem anderen wichtigen Aspekt bringt. Niki ist asexuell und dazu steht sie auch klar und deutlich, wie das auch sein sollte. Und ob sie anders an ihm interessiert ist als als Freundin, das weiß sie nicht. Aber sie mag ihn als Freund, sie mag Umarmungen und andere, kleinere Intimitäten, und warum sollte das weniger wert sein? Niki findet es furchtbar, dass Freundschaft als etwas dargestellt ist, das weniger als romantische Liebe sein soll, und ich kann ihr da nur recht geben. Platonische Beziehungen sind anders, klar, aber genauso wichtig.

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„Ultraviolet“ konnte mich nur bedingt überzeugen, da ich zwar die Protagonistin mochte, mir der romantische Aspekt aber so gar nicht zusagte – die Geschichte an sich ist größtenteils interessant, aber nur passagenweise spannend. Ich kann nicht behaupten, dass der zweite Band insgesamt spannender wäre, aber er ist auf jeden Fall anders. Ein Grund dafür ist Niki als neue Protagonistin; dank ihr und Milo (und dem anderen Setting) gibt es auch deutlich mehr zu lachen. Insgesamt kann ich nur sagen, dass sich die Dilogie trotz allem lohnt.

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