The Rest of Us Just Live Here | Patrick Ness

balken_blau Rest of Us Just Live Here

Genre: YA, Fantasy und Contemporary gewissermaßen
Verlag: Walker Books
ISBN: 978-1-406-33116-5
Preis: £12.99
Erscheinungsdatum: August 2015
Format: Hardcover

Goodreads

What if you aren’t the Chosen One?

The one who’s supposed to fight the zombies, or the soul-eating ghosts, or whatever the heck this new thing is, with the blue lights and the death?

What if you’re like Mikey? Who just wants to graduate and go to prom and maybe finally work up the courage to ask Henna out before someone goes and blows up the high school. Again.

Because sometimes there are problems bigger than this week’s end of the world, and sometimes you just have to find the extraordinary in your ordinary life.

Even if your best friend is worshipped by mountain lions.

Content Note:
Es gibt einen kurzen Moment des Fatshamings. Allgemein geht es im Buch auch um mentale Erkrankungen, um genau zu sein Zwangsstörungen/OCD und Anorexie.

Diversity-Check:
Patrick Ness hat hier eine – von den fantastischen Elementen mal abgesehen – sehr realistische Gruppe an Freund_innen zusammengetrommelt, die alle ihre eigenen Probleme und Sorgen haben, manche davon etwas ernster. So hat Protagonist Mike eine Zwangsstörung, was bei ihm z.B. heißt, dass manche Handlung eine bestimmte Anzahl wiederholt werden müssen, was sich nicht nur auf seinen Alltag auswirkt, sondern ihm auch physisch wehtut, wenn er immer wieder seine Hände wäscht und sie damit austrocknet. Mel dagegen ist anorexisch und auch wenn sie auf einem sehr guten Weg ist, das Problem verschwindet nicht einfach. Henna, ein Schwarzes Mädchen aus Finnland, hat mit dem Verlust eines Familienmitglieds zu tun. Und Jared ist eher … tierisch beschäftigt, und damit mein ich nicht den Jungen, an dem er interessiert ist.

Zum Buch:
Auf den allerersten Blick ist „The Rest of Us Just Live Here“ eine freundliche Satire auf all die YA-Büchern mit ihren mal mehr und mal weniger deutlich ausgewählten Protagonist_innen. Patrick Ness verteufelt diese Bücher nicht, pickt aber ein paar Elemente heraus, um sie hier auf die Spitze zu treiben. Und so haben wir vor jeden Kapitel einen kurzen Abschnitt, der von den Ereignissen erzählt, mit denen sich die Indie Kids, wie die auserwählten Figuren hier heißen, herumschlagen müssen. Zum Zeitpunkt des Geschehens sind übrigens Zombierehe involviert, was ich persönlich sehr sympathisch fand. Und so erfahren wir nebenebei von all den Leuten mit besonderen Namen und den zig Finns, was sie so machen oder seltsamerweise nicht machen, und ich musste hier und da an meine eigenen YA-Erfahrungen denken und wie oft ich schon die Augen verdreht habe, weil ein Charakter so speziell und ach so toll war, dass der Begriff „special snowflake“ wirklich der einzig passende war. Ist sicherlich Geschmackssache, aber mir hat’s gut gefallen.

Aber selbst wenn euch der Aspekt weniger reizt, keine Sorge: An sich geht es nämlich um Mike und seine Freunde – zum einen wie sie in dieser Welt voller auserwählter Menschen ihr halbwegs normales Leben leben und eigentlich nur ihren Abschluss machen wollen, bevor die Schule in die Luft gejagt wird, und genauso für spaßige Unterhaltung sorgen. Zum anderen wie sie mit ihren ganz eigenen Problemen zurechtkommen, die vielleicht nicht gerade den Untergang der Welt bedeuten, sich aber aber definitiv so anfühlen können.
Und das betrifft nicht nur mentale Erkrankungen, die in diesem Buch definitiv mit im Zentrum stehen. Aber wie’s nun mal so, wird den Leuten nicht nur ein Stein in den Weg gelegt, sondern hier und da noch mehr Geröll verteilt. Mike zum Beispiel ist in Henna verknallt – aber will die auch was von ihm? Ohnehin ist er sich unsicher, was er immer fühlen soll. So hat er zwar schon einige Erfahrungen mit Jared gemacht und mochte es auch, aber ob er auch in Jungs verknallt ist? Keine Ahnung. Nicht zu vergessen, dass die Gruppe um Mike herum kurz vor dem Abschluss steht, die Collegezeit rückt näher … da gilt es, Entscheidungen zu treffen und manche Kapitel abzuschließen. Liefert das Buch Antworten auf alles? Nein. Aber so einiges wird trotzdem angesprochen und macht so komplizierte Themen wie die Liebe und Freundschaft noch ein bisschen komplizierter, aber auf eine schöne Art und Weise.

Letzten Endes geht es zu einem großen Teil aber auch um mentale Erkrankungen und wie es ist, damit zu leben – in diesem speziellen Fall um OCD, weil sowohl Autor als auch Protagonist damit zu tun haben. Patrick Ness nutzt hier auch die Chance, um ein paar Dinge klarzustellen oder deutlich zu machen. Eine Stelle von Seite 258 möcht ich da einfach nur zitieren:

Medication will address the anxiety, not get rid of it, but reduce it to a manageable level, maybe even the same level as other people so that – and here’s the key thing – we can talk about it. Make it something you can live with. You still have to work to do, but the medication lets you stay alive long enough to do that work.

Von daher ist es sicherlich auch nicht schlecht für Menschen zu lesen, die da selbst noch mit sich hadern oder gänzlich gegen Medikamente sind. Zwar lösen die nicht alles, können aber ein Lösungsansatz sein. Das Buch sollte – und nicht nur in dieser Hinsicht – recht augenöffnend sein.

04

Von seiner Chaos-Walking-Trilogie mal abgesehen, könnte das hier mein bisher liebstes Buch von Patrick Ness sein. Teils Parodie, teils Blick auf den Abschluss eines Lebensabschnitts sorgt das Buch für Spaß, beschäftigt sich aber auch mit ernsten und deutlich realeren Themen als Zombierehen. Und weil Patrick Ness sehr talentiert ist, liest sich das Ganze locker-flockig runter, ohne je zu simpel oder distanziert zu werden.

balken_blau Das morgen ist immer schon jetzt

Im Laufe des Jahres wird das Buch auch auf Deutsch erscheinen. CBJ bringt es unter dem Titel Das Morgen ist immer schon jetzt als Hardcover heraus. Übersetzt wurde es von Petra Koob-Pawis, kosten wird es 16,99€ und kaufen könnt ihr es ab dem 27. Juni 2016.
Während ich das Cover an sich nachvollziehen kann – auch wenn es neben dem britischen und auch dem US-amerikanischen ein wenig blass wirkt -, erschließt sich mir der Titel nicht so richtig. Geht’s darum, dass die Zukunft schneller zur Gegenwart wird, als wir meistens denken? Okay, stimmt. Aber ich glaube, da trifft der englische Titel den Nerv der Geschichte ein wenig besser.

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