Let’s talk about comics: Miles Morales

Ich mochte Spider-Man schon „immer“ sehr: „Immer“ bedeutet bei mir, dass ich damals die Sam-Raimi-Filme gesehen habe und im Gegensatz zum Rest meiner Familie mochte, aber nie mit den Comics anfing, weil … Comics. Vor zwei Jahren hatte sich das zwar geändert, aber trotzdem – wer will schon einsteigen, wenn es da bereits zig Comics gibt? Spider-Man gibt es jetzt ja nun nicht nur seit ein paar Jährchen. Zum Glück fiel mir aber ein, dass es seit 2011 einen neuen Spider-Man gibt: Miles Morales. Und war für ein Glücksgriff das war.

Bubis erste eigene Reihe. Ich bin so stolz.

Bubis erste eigene Reihe. Ich bin so stolz.

Ganz grob zusammengefasst: Miles wird ganz wie Peter Parker von einer Spinne gebissen und hat fortan Superkräfte. Wie Peter hat auch er den Spider-Sense, der ihn vor nahenden Gefahren warnt, er ist ein bisschen stärker/schneller/geschickter und kann ohne Hilfswerkzeuge Wände hinaufklettern. Anders als Peter hat er außerdem noch den Venom Blast, der seinem Gegner eine Art Schock versetzt – ob das effektiv ist, hängt dann vom Gegenüber ab. Weiterhin kann er sich, Kleidung inklusive, an seine Umgebung anpassen, so dass er beinahe unsichtbar wirkt. Und damit ausgerüstet übernimmt er im ehemaligen Ultimates-Universum den Namen Spider-Man, nachdem Peter Parker in diesem Universum getötet wurde.
Ihr könnt euch sicherlich denken, dass er damit einige Startschwierigkeiten hatte. Nicht nur dass Miles anfangs noch reichlich jung ist (ich hab die genaue Zahl nicht im Kopf, aber gedanklich hab ich ihn zu Beginn immer als 14 eingeschätzt?), er übernimmt Name und Kostüm eines beliebten Helden und … er bekommt mehr als nur einen Kommentar, dass das schlechter Geschmack wäre. Auch von Leuten, die er gerade gerettet hat. Ganz zu schweigen davon, dass er zunächst allein dasteht und nicht auf die S.H.I.E.L.D.-Organisation zurückgreifen kann, für Notwendigkeiten wie ein kampftaugliches Kostüm oder Webshooters, da auch er nicht seine eigenen Spinnennetze herstellt. Ersteres hat den Vorteil, dass New York sehr bald weiß, dass der neue Spider-Man Schwarz ist, was zumindest einen Polizisten hoch erfreut. Zweiteres lässt sich mit ein bisschen Köpfchen auch lösen, was uns auch zum nächsten Punkt bringt.
Unterstützung erhält er nämlich von seinem Freund Ganke, der auch sein Zimmergenosse im Internat ist (ungünstigerweise aber nicht der einzige) und die Hilfe hat er dringend nötig. Mal abgesehen davon, dass die Firma, von der die Spinne, die ihn biss, stammt, nun auch nach ihm sucht und dass der Goblin sich mit einer toten Spinne nicht zufrieden gibt (um mal die anfänglichen Probleme zu nennen … es wird schlimmer), er muss seine zweite Identität auch vor den Leuten in der Schule geheimhalten, und auch vor seinen Eltern: Gerade sein Vater hat eine sehr schlechte Meinung von Superheld_innen.

Und dann wurde Bubis Reihe sogar nach ihm benannt. :')

Und dann wurde Bubis Reihe sogar nach ihm benannt. :‘)

Was ich an Miles so mag, ist vor allem, dass der für die Spider-Man-Serien wohl typische Humor auch hier dabei ist. Er mag zwar schwierige Kämpfe austragen, aber hier und da wird es trotzdem den einen oder anderen schnippischen oder sarkastischen Kommentar geben. Hinzu kommt der agile Kampfstil, den ich absolut liebe. Ich muss jedes Mal grinsen, wenn er vorkommt.
Abgesehen davon liegt der Fokus am Anfang sehr auf den zwischenmenschlichen Beziehungen und Miles hat ein paar ganz wunderbare Momente mit seinen Eltern. Ist sicherlich auch Geschmackssache, aber ich hab es sehr gerne, wenn wir die Anfänge zu sehen kriegen, es alles wortwörtlich noch ein bisschen familiär ist, weil die Figur ihre Kräfte erst mal austesten muss und der ganz normale Alltag irgendwie auch noch zur Geschichte gehört.
Auch die anderen Held_innen, die Miles im Laufe der (mir bekannten) Reihen zur Seite stehen, sind ziemlich cool drauf: Jessica Drew aka Spider-Woman aka Black Widow, die aus Peter Parkers DNA geklont wurde und daran beständig zu knabbern hat – wie sehr ist sie ihre eigene Person? Dann ist da noch Lana Baumgartner aka Bombshell, die Explosionen verursachen kann, und Cloak und Dagger, die durch einen Autounfall in Roxxons Hände fielen, welche an dem Paar experimentierten. Seither ist Tyrone Johnson Cloak, der an sich keinen Körper mehr hat, weil dieser nun eine Art Portal ist, während Tandy Bowen Dagger ist, die gewissermaßen LIcht materialisieren und z.B. Lichtmesser werfen kann.

Was wiederum nicht so gut läuft, ist manchmal die Anatomie in der „Ultimate Comics: Spider-Man“-Reihe. „Seltsamerweise“ nur wenn es darum geht, gleichzeitig einen guten Blick auf den Hintern und das Dekolleté einer weiblichen Person zu liefern.
Und ich bin mir bis heute nicht so sicher, worauf genau sich Miles „ew“-Reaktion bezieht, als es heißt, seine Eltern hätten für lange Zeit geglaubt, Ganke sei sein fester Freund. Ist es, weil er Ganke als Bruder sieht und eine Beziehung mit einem Geschwisterkind für ihn „ew“ ist (was ich persönlich gut nachvollziehen kann), oder liegt’s einfach daran, dass Ganke ein Junge ist? So richtig klar wird’s nicht, da kann ich nur das Beste hoffen.

Bubis aktuellste Reihe. <3

Bubis aktuellste Reihe. <3

Also, was muss/kann nun gelesen werden, um Miles' Abenteuern zu folgen? Generell würde ich meinen, dass keine Reihe gelesen werden muss für eine andere, weil die wichtigen Ereignisse an passender Stelle noch mal erwähnt und erklärt werden. Deswegen ist das hier auch keine vorgeschriebene Reihenfolge, sondern mehr oder minder die, in der die Comics erschienen. Ich würde nur empfehlen, am Anfang einer Reihe loszulegen.
Los ging es in Ultimate Comics: Fallout #4 (bzw. Ultimate Fallout: Spider-Man No More #4?), aber das ist nur die allererste Einführung.
Ultimate Comics: Spider-Man (2011-2013) ist Miles‘ erste eigene Reihe. Er erhält seine Kräfte, muss das alles erst mal herausfinden etc.pp. Die Reihe ist in 28 Heften bzw. fünf Bänden abgeschlossen.
Wie sehr ich mir wünsche, Spider-Men (2012) wäre länger gewesen. Gerade mal fünf Hefte/einen Sammelband gibt es hier und darin trifft Miles auf den Peter Parker einer anderen Realität, was komisch genug ist, da er ihn nur als … nun, tot kennt. Und was ist besser als ein Spider-Man? Zwei Spider-Men. Hab mich beim Lesen schlappgelacht und bin noch immer sauer, dass die Reihe mit einem Mini-Cliffhanger endet, bei dem wir wohl nie wissen werden, was dahintersteckt.
In Cataclysm: Ultimate Comics Spider-Man (2013) wird das Ultimates-Universum angegriffen und alle müssen zusammenarbeiten, um gegen Galactus anzukommen. Die Spidey-Version davon hat drei Hefte, die ja noch ganz nett waren. Hinterher hab ich noch Teile der Hauptgeschichte, Cataclysm: Ultimate Comics Last Stand #4 und #5, gelesen, um die Geschichte abzuschließen, aber puh, war das langweilig. Einen Sammelband gibt es nur für alle Geschichten dieses Events: 403 Seiten mit den Heften der Hauptgeschichte, Spider-Man, X-Men, Ultimates und noch ein paar wenigen mehr, bei denen ich keine Ahnung habe, wer oder was sie überhaupt sind.
In All-New Ultimates (2014-2015) arbeitet das ganze Team zusammen – also Spider-Man, Black Widow, Bombshell, Cloak und Dagger – und Kitty Pryde steigt auch noch ein, was eigentlich eine wunderbare Teamdynamik ist. Die Story an sich hinkt aber eher und der Zeichenstil … reden wir lieber nicht weiter drüber. Hier gibt’s zwölf Hefte bzw. zwei Bände zu lesen.
Miles Morales: Spider-Man (2014-2015) ist Miles‘ erste Reihe, in der er namensgebend ist und prompt gibt’s einige Probleme mehr. Dating zum Beispiel. Hat später auch schlimmere Auswirkungen, als ihr vielleicht vermutet. Auch hier gibt es zwölf Hefte/zwei Bände und es hätten gerne einige mehr sein können. Dann gab’s aber Secret Wars – kurze Erklärung: Die Universen kollidierten, verschmolzen und das ganze Marvelverse ist jetzt quasi zurück am Anfang und ja. Miles ist jetzt Teil des Hauptuniversums.
Ansonsten gibt es noch Spider-Verse Team-Up (2014-2015), von dem ich nicht viel weiß, außer dass Spideys verschiedener Realitäten aufeinandertreffen (u.a. Spider-Ham, Scarlet Spider, Spider-Gwen, Black Widow) und Miles zumindest Gastauftritte hat. Hiervon gibt es drei Hefte (keinen Sammelband soweit ich weiß) und das Konzept wird jetzt in Web Warriors (2015-) fortgesetzt: Jetzt alle aus der gleichen Realität, stehen wohl Spider-Gwen, Spider-Man Noir, Spider-Man India, Spider-Uk und Spider-Ham im Zentrum, andere schauen als Gäste vorbei. Ob Miles da schon dabei war, weiß ich allerdings nicht. Bisher gibt es sechs Hefte, der erste Sammelband erscheint voraussichtlich Ende Mai.
Nun, nach Secret Wars, darf er sich auch Mitglied der All-New, All-Different Avengers (2015-) nennen, wo er mit Captain America, Thor, Vision, Iron Man, Nova und Ms. Marvel zusammenarbeitet … oder das zumindest versucht, es gab da ein paar Startschwierigkeiten. Bisher gibt es acht Hefte und der erste Sammelband ist jetzt entweder erschienen oder kommt bald raus.
Last but not least: Spider-Man (2016-), Miles‘ neue ganz eigene Serie, die ein bisschen später startete, weswegen es erst drei Bände gibt und der erste Sammelband (auf den ich ungeduldig warte) ist für Ende September angekündigt.

Das ist jetzt doch eine etwas längere Liste, aber wirklich nur wichtig für die, die wie ich möglichst alles mit ihm lesen wollen, ob sich das nun lohnt oder nicht. An sich reichen auch Miles‘ eigene Reihen und wer ganz neu einsteigen möchte: Jetzt ist der ideale Augenblick. Durch die Verschmelzung/Zerstörung der Universen ist alles auf Anfang gesetzt und vergangene Ereignisse sind nicht so wichtig. Die neue Reihe ist daher auch wie eine Art Neustart und sollte auch ohne irgendwelches Vorwissen ganz problemlos zu lesen sein.

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