Britische vs. deutsche Buchläden

Buchläden

Andere Länder, andere Sitten – warum sollte das bei Buchläden anders sein? Ein paar kleine Unterschiede sind mir auch aufgefallen. Als kleiner Disclaimer: Bei manchen Sachen kann es natürlich auch einfach daran liegen, was für Buchläden ich so kenne, die zum Großteil aus mittelgroßen bis kleinen Städten stammen und vor allem in 90% der Fälle zu größeren Ketten gehören.

Die Fassade
Okay, ja, das hat jetzt weniger mit den Läden an sich zu tun und mehr damit wie die Städte so gebaut sind. Aber letztendlich hat das das Ergebnis, dass mir die Läden in der UK „altbackener“ scheinen, weil sie diese typischen Fassaden haben und ich auch eher selten Läden in Einkaufszentren anfinde. In Deutschland wirken die Fassaden da … etwas moderner? Schlichter? Kommt auch wieder auf die Gegend an.

Comics/Graphic Novels/Mangas
Zu einem gewissen Grad hängt das auch immer von der Größe eines Ladens ab, denn ich hab hier in der UK definitiv schon größere Buchläden gesehen, die keine Comics und Graphic Novels haben, während andere eine ordentliche Sammlung anbieten. In Deutschland hab ich sowas eher selten gesehen; in dem Laden, in dem ich arbeitete, bekamen wir erst kurz vor meiner Abreise Regalplatz für Comics und Graphic Novels, weil sich ein Kollege sehr dafür eingesetzt hatte.
Bei Mangas scheint es komplett umgekehrt zu funktionieren. Ich hab in Deutschland noch keinen Buchladen einer größeren Kette gesehen, der nicht wenigstens ein paar Mangas vor Ort hatte. Herrje, selbst Karstadt hatte bei uns vor Jahren noch Mangas in der Buchabteilung stehen. Und der kleine Buchladen um die Ecke? Die englischen Bücher mussten sich auf einem Viertel von einem Regal sammeln (soll heißen: vier bis fünf Bücher), die Mangas hatten einen teilweise sehr vollgestopften Drehständer. Und hier, in der UK (in meiner Ecke)? Fast nichts. Mittlerweile hab ich zwei Läden gefunden, die kleine Mangaregale haben, ansonsten muss ich dafür schon nach Comicläden oder solchen suchen, die sich auf Waren aus Japan spezialisiert haben. (Ob sie dann z.B. auch Manwha haben, weiß ich nicht.) Warum das so ist, konnte ich mir noch nicht so richtig erklären. Der Preis kann’s eigentlich nicht sein: Mangas scheinen mir zwar tendentiell teurer zu sein als in Deutschland (zumindest der Originalpreis), aber Comics sind ja noch mal ein Stück teurer und davon sehe ich hier dann doch ein paar mehr.

DVDs
Ich glaube, ich war in Deutschland in noch keinem Laden, in dem es nicht wenigstens ein paar DVDs gab. Wenigstens eine Ansammlung von preisreduzierten Angeboten, die dann draußen in der Sonne stehen können und bei denen ich mir Sorgen mache, wenn ich draußen die Titel durchwühle, dass ich aussehe, als würde ich was klauen wollen. Vor allem wenn ich am Ende dann doch nichts kaufe.
Aber hier? Lern-DVDs für Sprachen vielleicht, aber ansonsten sind Buchläden da eher der falsche Anlaufpunkt – dafür gibt es dann HMV.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, oder vielleicht ganz andere? Oder erkennt ihr sowas auch aus unabhängigen Läden wieder, oder aus anderen Ketten (eine Mayersche hab ich noch nie betreten, glaube ich)? Lasst es mich wissen!

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4 thoughts on “Britische vs. deutsche Buchläden

  1. Die Unterschiede sind wirklich spannend, gerade im Bereich der Mangas. Ich persönlich mag die alten Fassaden der britischen Buchgeschäfte sehr, sie geben den Büchern einen schönen Rahmen.

    • Ich war am Anfang richtig enttäuscht – ich wollte in Mangas stöbern und dann gab es keine in den naheliegenden Läden. xD (War letztlich auch besser, ich greif dann doch lieber zur günstigeren deutschen Ausgabe.)
      Find ich auch! Es gehört hier auch zum allgemeinen Stadtbild und es ist wirklich total schick. Und die Buchläden sehen innen zum Glück meist auch besser aus als manch Wohnung. xD

  2. Was mir auffällt ist, dass es zumindest in Berlin noch viele kleine unabhängige Geschäfte gibt. In Australien und New York musste ich da schon ganz schön nach suchen und wurde nicht immer fündig. Da hab ich natürlich auch lange nicht so viel Zeit verbracht wie in Berlin, aber ich befürchte es ist die bittere Wahrheit, dass die Ketten da schon fast alles übernommen haben.

    • Das wäre ja echt schade. D: (Dabei hätte ich fast gedacht, dass gerade in größeren Städten vielleicht noch die Chance besteht, sich ein paar Nischen freizuschaufeln. Andererseits ist es auch viel leichter unterzugehen.) Direkt viele habe ich davon hier auch nicht gefunden … aber doch einige. Viele davon sind Second-Hand-Läden, aber spontan fallen mir zwei kleinere, unabhängige ein (der einige hat total wenig Auswahl, ist aber auch sehr schick <3) und einer der größeren Läden hier, Blackwell's ist an sich auch unabhängig … geht aber bald auch in Richtung Kette, und es gibt sie auch in mehreren Städten.
      Ganz in der Nähe von mir gab's vor einer Weile auch einen kleinen Laden mit Café, aber der ist inzwischen auch geschlossen. :/

Und ihr so?

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