Von Spiegeln und Raben

Ursprünglich hab ich die beiden Bücher nur zusammengepackt, weil sie Reihenfortsetzungen sind, aber nun sind es auch zwei Bücher, die mir an sich gut oder wenigstens nicht schlecht gefielen, die aber auch ihre rassistischen Momente haben? Das Beste, was sich darüber sagen lässt, ist, dass es zumindest selten vorkommt.

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Reckless_goldene Garn Mit Reckless: Das goldene Garn und mir wollte es generell nicht so ganz funktionieren und ich bin unsicher, woran es liegt. Am Buch oder daran, dass ich fast drei Monate dran gelesen habe. Es hat durchaus spannende Passagen – für die Charaktere steht tatsächlich etwas auf dem Spiel und die Situation wird zunehmend kompliziert: Die Erlelfen mischen wieder mit und sind so machtvoll wie gefährlich, Will ist auf der Suche nach sich selbst und Clara ist wie immer im Kreuzfeuer gefangen, Jacob und Fuchs‘ Liebe steht unter einem unguten Stern, die Dunkle muss unsichere, politische Situationen meistern. Es gibt neue Erkenntnisse, weitere Verwicklungen und in manchen Situationen kann es einfach keine Gewinner*innen geben. Außerdem fand ich es sehr schön, wie sexuell frei Funkes weibliche Charaktere sein können, ohne dass wer deswegen verurteilt wird, weder vom Text noch von den anderen Charakteren.
Letztendlich wird aus den ganzen Verstrickungen aber nicht wirklich was, nicht in diesem Buch. Es gibt keinen Knall, kaum Konfrontation. Und durch die vielen verschiedenen Erzählperspektiven, scheint die Handlung manchmal nur voranzuschleichen. Da hat mir einfach ein bisschen der Zack gefehlt. Und dann gab es ein paar unschöne Details: eine generelle Heteronormativität, wenn z.B. Feen nur auf Männer einen speziellen Effekt haben. Unsinn wie dieser Satz: „Vielleicht war der Unterschied zwischen Männern und Frauen noch grundsätzlicher als der zwischen Mensch und Tier“ (S. 292). Und hinter dem Spiegel wird in Zusammenhang mit der Märchenvariante Amerikas und den First People dort noch von „Wilden“ geredet, was an keiner Stelle auch nur im Ansatz hinterfragt wird.

balken_blau_kleinRaven King Eines vorweg: An sich mochte ich The Raven King sehr und hatte beim Lesen zig Gelegenheiten zum Schwärmen und Kichern. Und vieles, was mir an den vorherigen Büchern gefiel, funktionierte auch hier wieder gut, allem voran die Dynamiken der Charaktere und hier ganz besonders die Beziehungen zwischen den jugendlichen Hauptfiguren: Blue und Ronan. Ronan und Adam. Blue und Gansey. Blue und Ronan und Adam und Gansey. Und Henry Cheng. Aber fehlt da nicht einer? Jep, Noah. Wir hatten das im zweiten Band schon mal, dass Blue kaum vorkam, hier trifft es unseren liebsten Geist. Zum einen passt das auch ein bisschen zur Situation, zum anderen schien es mir am Ende, dass er eher unter den Tisch fallen gelassen wird – stattdessen bekommen wir neue Bösewichte, deren eigene Kapitel am Ende ein bisschen sinnlos wirken. Und Henry, über den ich mich wirklich nicht beschwere, ich war nur überrascht über seine große Rolle, die er auf einmal einnahm. Kann ich aber alles verkraften, enttäuschter war ich von den rassistischen Kommentaren, die Adam und Ronan machen. Nicht mal hauptsächlich weil sie sie machen (das aber auch), sonder vor allem weil von Gansey und Blue nur ganz leichter Protest kommt und der Text es eher als witzig darstellt, was es wirklich nicht ist. Keine Ahnung, was Maggie Stiefvater sich dabei gedacht hat, aber gut durchdacht war es nicht. Wer anders hat das in deutlich bessere Worte verpackt.
Ansonsten … das Buch ist sprachlich wunderbar und ein kleines bisschen wirr, was die Auflösung angeht. Aber da ich bei dieser Reihe schon öfter das Gefühl hatte, ein bisschen verloren (aber nicht verwirrt) zu sein, hat mich das persönlich weniger gestört.

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4 thoughts on “Von Spiegeln und Raben

  1. Ich fand Noah’s Nicht-Vorhandensein irgendwie schlüssig, weil es zu seiner Entwicklung passt, er schwindet ja wirklich so langsam dahin. Ich hab das also eher als erzählerisches Mittel gesehen, weil die anderen es ja meistens auch nicht recht bemerken, dass er plötzlich nicht mehr da ist.
    Aber die Bösewichte fand ich auch irgendwie überflüssig. Die haben am Ende ja kaum noch was mit den Hauptfiguren zu tun gehabt. Und dass es diesen riesigen Hornissendämon gibt und der ihnen nicht ein mal persönlich begegnet, wtf?

    • Zu einem gewissen Grad kann ich sein Nichtvorhandensein auch nachvollziehen, aber gerade am Ende fehlte mir da irgendwie eine Erkenntnis, dass er nun ganz weg ist bzw. auch nur irgendeine Reaktion. Irgendwann müssten sie es ja sicherlich mal merken, trotz der Aufregung.
      Ja … ich weiß auch nicht. Der Dämon hat am Ende ja wenigstens noch was gemacht, aber Pipers Vater und Onkel? Die haben am Ende doch eigentlich auch nichts zum Plot dazugetragen? Oder vergess ich da gerade etwas? xD

Und ihr so?

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