You Know Me Well | Nina LaCour & David Levithan

balken_blau you know me well
Genre: YA, Contemporary
Verlag: Macmillan
ISBN: 978-1-509-82393-2
Preis: £7.99
Erscheinungsdatum: Juni 2016
Format: Paperback

Goodreads

Who knows you well? Your best friend? Your boyfriend or girlfriend? A stranger you meet on a crazy night? No one, really?

Mark and Kate have sat next to each other for an entire year, but have never spoken. For whatever reason, their paths outside of class have never crossed.

That is until Kate spots Mark miles away from home, out in the city for a wild, unexpected night. Kate is lost, having just run away from a chance to finally meet the girl she has been in love with from afar. Mark, meanwhile, is in love with his best friend Ryan, who may or may not feel the same way.

When Kate and Mark meet up, little do they know how important they will become to each other — and how, in a very short time, they will know each other better than any of the people who are supposed to know them more.

Content Note:
Es wird kurz angemerkt, wie verschiedene Personen wegen ihrer Sexualität und ihres Genders diskriminiert werden. Wer mehr Infos braucht, kann sich gerne bei mir melden.

Zum Buch:
„They were friends at first sight“ heißt es auf dem britischen Cover und das trifft es ziemlich gut. Was sonst immer Instalove ist, ist hier Instafriendship und das ist eigentlich auch der Punkt, den ich am meisten kritisieren würde. Denn wie auch bei Instalove passiert es plötzlich und vor allem ohne wirkliche Grundlage. Hier sind Mark und Kate dann auf einmal sehr vertraut miteinander, obwohl sie ansonsten kaum ein Wort miteinander gewechselt haben. Später stört das auch gar nicht mehr so sehr, es wird deutlich, dass sie einander eben nicht 100%ig kennen und die beiden funktionieren gut zusammen; ihr Miteinander ist schön zu lesen – es wäre nur schöner gewesen, wenn der Weg bis zu diesem Punkt ein bisschen realistischer gewesen wäre.
Ein kleinerer Punkt ist bisweilen die Sprache. Nicht dass mit der an sich etwas falsch ist, aber hier und da gibt es Passagen, die zwar schön klingen, aber eher geplant und vor allem schriftlich wirken – nicht wie etwas, das jemand sagen würde, vor allem nicht spontan. Aber ansonsten? Alles paletti.

Im Vordergrund stehen erst mal die Romanzen der Geschichte: Mark ist in seinen besten Freund Ryan verliebt und manchmal machen sie auch miteinander rum oder haben Sex – aber bisher blieb es dabei. Vielleicht weil Ryan noch nicht bereit ist, sich zu outen? Oder weil es für ihn doch eine platonische Beziehung ist? Kate hat das Problem mit Violet nicht, aber sie hat sie auch noch nie persönlich getroffen. Dabei scheint Violet das Mädchen ihrer Träume zu sein … und trotzdem hat sie das Bedürfnis, einfach wegzulaufen.
Und ja, diese Romanzen treiben die Geschichte voran und sind ein wichtiger Teil davon; am Ende ist es aber auch ein Buch über Freundschaft. Mark und Ryan sind seit jeher beste Freunde, Marks Verliebtheit kam dann später erst dazu. Sie kennen sich, sie verstehen einander … aber selbst da gibt es manchmal Missverständnisse und Probleme. Kate und Lehna, Violets Cousine und Kates beste Freundin, sind auch schon lange befreundet, aber Kate fragt sich langsam, ob sie dieser Freundschaft nicht entwachsen sind. Denn wie eine romantische Beziehung kann auch eine platonische auseinanderbrechen, es wird nur nicht so oft darüber gesprochen oder als so wichtig erachtet. Und nun auch Kate und Mark, die einander plötzlich finden und vielleicht nicht immer verstehen, noch nicht, die aber füreinander da sind, als sie dringend Unterstützung brauchen.

Es klang vielleicht schon heraus, dass das alles nicht konfliktfrei verläuft, aber das Buch bleibt insgesamt doch eher „fluffig“. Es gibt Drama und Herzschmerz und Probleme, aber nichts furchtbar Schreckliches – was auch mal schön ist! Gerade wenn die Sexualität und das Gender queerer Charaktere nicht selten Ursache für den Konflikt in Büchern ist. Das wird hier lediglich am Rande erwähnt (z.B. wurde Quinn, Kates Ex, von seinem Vater geschlagen, und Greer, ein*e genderqueere*r Jugendliche*r, wurde auf die Straße gesetzt).

Am Ende ist „You Know Me Well“ gewissermaßen „unaufgeregt“, wenn auch nicht ruhig. Das Buch nimmt sich seine Zeit, so wie seine Charaktere es auch machen müssen. Manchmal endet eine Szene auch vorzeitig und wir bekommen erst ein paar Kapitel später mitgeteilt, was da eigentlich noch passiert ist; eben erst dann, wenn wir es auch wissen müssen.

04

Instafriendship ist jetzt nicht viel besser als Instalove, aber ab einem gewissen Punkt stört es wenigstens nicht mehr. Nina LaCour und David Levithan präsentieren hier ein tendentiell eher leichtes Buch, das ernstere Probleme nur am Rande erwähnt. Stattdessen geht’s um Freundschaft, und auch mal Freundschaft zwischen queeren Charakteren!, und darum, dass es manchmal auch einfach notwendig ist, eine Pause zu machen oder Abstand zu nehmen. Ob danach alles besser ist? Vielleicht. Aber das Ende der Welt ist es auch nicht.

balken_blauyou know me well_us

Oben könnt ihr das britische Paperback sehen, hier rechts wäre dann das US-amerikanische Hardcover, falls euch das besser gefällt. Ich kann nicht so recht entscheiden, welches ich lieber mag, da beide Cover ihren Charme haben. Das US-Cover passt sicherlich besser zum Anfang der Geschichte.
Bisher gibt es noch keine Übersetzung und soweit ich weiß, ist auch noch keine geplant – wäre aber auch ein bisschen früh dafür. Aber da Fischer sich zuletzt David Levithans vorherige Titel, „Every Day“ und „Two Boys Kissing“, gesichert hatte, habe ich ja die leise Hoffnung, dass es auch seine Zusammenarbeit mit Nina LaCour ihren Weg in deutsche Buchläden findet – und dann auch mit schickerem Cover als vorherige Co-Arbeiten.

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One thought on “You Know Me Well | Nina LaCour & David Levithan

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