Abschied vom Haus der Vampire

HausderVampire

Ihr kennt das vielleicht ja: Ihr fangt eine Serie an und alles ist toll und super und dann irgendwann … nicht mehr. Oder ihr hattet bisher Glück und es lief nie so – mir ging es jetzt aber mit der „Haus der Vampire“-Reihe so („Morganville Vampires“ im Original). Angefangen habe ich sie 2010, vermutlich im Mai. Die Abiprüfungen waren vorbei, die Ergebnisse aber noch nicht bekannt und ich war mit Freund*innen auf dem Weg nach Assissi und hatte dort den ersten Band mit im Gepäck. Nach und nach kamen dann auch die anderen Bücher hinzu bis zum 9. Band Anfang 2013. Und dann? Erst mal nichts weiter, fast dreieinhalb Jahre später hab ich erst zum 10. Band gegriffen und gemerkt: Ich lass es jetzt wohl lieber bleiben.

Ich kann nicht behaupten, dass ich immer alle Bücher der Reihe ungemein toll fand und die deutschen Cover waren ja immer einen Aufreger wert. Aber ich mochte die Charaktere, den Humor und gerade an Shane und Claire hatte ich einen Narren gefressen. Ab und an war dann auch mal ein richtig spannendes Buch dabei, da ließen sich die anderen gut verkraften. Und ganz ehrlich, vieles, was mich jetzt im 10. Band störte, war definitiv vorher auch schon dabei; ich hab’s zuvor nur nie bemerkt. Jetzt erscheint es mir aber sehr offensichtlich und da mag ich dann einfach nicht mehr.

Den Humor hat sich die Serie zugegebenermaßen beibehalten, da ist auch dieses Buch keine Ausnahme. Am besten ist wohl die Szene, in der rhethorisch „Who died?“ gefragt wird und dann stolpern sie wirklich über eine Leiche. Aber ansonsten? Es lief so einiges schief, vor allem die kleinen frauenfeindlichen Momente, die immer nur von den Mädels ausgehen, aber das macht’s ja nicht automatisch okay. Eve schmeißt da z.B. mit „skanks“ um sich, und wenn es um zwei moralisch fragwürdige Vamps geht, wird natürlich nur die Vampirin mit einem Schimpfwort belegt (und natürlich war es „bitch“). Es sind wirklich immer nur kleine Sachen, und gleiches gilt für die Heteronormativität, aber im besten Fall sorgt das für Augenrollen, und da greif ich lieber zu Büchern, die mich nicht mit sowas nerven.

Und nach zehn Bänden voller Vampir*innen, die sich für was Besseres halten und deswegen meinen, sich alles herausnehmen zu können, hab ich dann auch eher die Nase voll. Will ich da noch wissen, ob das Projekt Morganville erfolgreich ist? Ich weiß ja nicht mal sicher, ob es mir nicht lieber wäre, würde es scheitern! Und wenn dann auch die Story eher enttäuscht – die Probleme lösen sich in letzter Minute fast wie von selbst auf -, dann nee, da nehm ich lieber Abschied. Vielleicht war es einfach nur eines der Meh-Bücher und in den anderen würden mich die nervigen Aspekte dann nicht so sehr ins Stolpern bringen. Ich hab dann allerdings auch keinen Nerv mehr dafür, es rauszufinden und sage: Auf Nimmerwiedersehen, Morganville, für eine gewisse Zeit war’s schön.

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