Openly Straight | Bill Konigsberg

balken_blau Openly Straight
Reihe: #1
Genre: YA, Contemporary
Verlag: Arthur A. Levine Books
ISBN: 978-0-545-50989-3
Preis: $17.99
Erscheinungsdatum: Mai 2013
Format: Hardcover

Goodreads

Rafe is a normal teenager from Boulder, Colorado. He plays soccer. He’s won skiing prizes. He likes to write.

And, oh yeah, he’s gay. He’s been out since 8th grade, and he isn’t teased, and he goes to other high schools and talks about tolerance and stuff. And while that’s important, all Rafe really wants is to just be a regular guy. Not that GAY guy. To have it be a part of who he is, but not the headline, every single time.

So when he transfers to an all-boys‘ boarding school in New England, he decides to keep his sexuality a secret — not so much going back in the closet as starting over with a clean slate. But then he sees a classmate break down. He meets a teacher who challenges him to write his story. And most of all, he falls in love with Ben . . . who doesn’t even know that love is possible.

Content Note:
Einige Charaktere sind homophob und äußern sich auch diesbezüglich.

Zum Buch:
Ich habe erst eine ganze Weile nach dem Kaufen auch mit dem Lesen angefangen. In der Zwischenzeit liefen mir hier und da auch Rezensionen über den Weg und eine Sache fiel mir immer wieder auf: Leser*innen waren teilweise regelrecht zornig auf Rafe, und ich kann sehr gut verstehen warum: Seamus Rafael Goldberg hat unglaublich viel Glück gehabt. Er ist schwul, alle wissen es und Freund*innen, Familie, Schule, sie alle akzeptieren und respektieren das (zum Großteil). Dieses Glück haben viele nicht und würden sich zwar gerne outen, können es aber nicht, weil ihnen Hassreaktionen drohen, die von verbaler zu physischer Gewalt reichen können, sie könnten ihr Zuhause verlieren … und da kommt dann Rafe und will sich im Grunde entouten. Er will zwar nicht behaupten, er sei hetero – aber in unserer Gesellschaft, solange nichts Gegenteiliges gesagt wird, nehmen die Leute an, du seist hetero.

Und gleichzeitig konnte ich auch seine Entscheidung ein wenig nachvollziehen. Denn in seiner Situation ist Rafe vor allem eines: schwul. Das ist alles, was die meisten sehen und alles andere, was Rafe Rafe macht, wird ignoriert oder gar nicht erst bemerkt. Von daher hab ich ein Buch erwartet, das vielleicht auch die Vor- und Nachteile von Labels bespricht, was … ich nicht direkt bekommen habe. Denke ich. Labels stehen durchaus im Zentrum und es gibt auch andere Beispiele, anhand derer gezeigt wird, wie einschränkend wie sein können. Rafe schließt sich den „Jocks“ an, was letztendlich auch nicht ihn als Person beschreibt. Es verhindert aber, dass er sagen kann, dass er schwul ist – was er ursprünglich auch gar nicht sagen wollte, aber es haben sicherlich alle schon geahnt, dass das etwas ist, das mit der Zeit durchaus wichtig wird. Seine Queerness mag nicht alles sein, was es über Rafe zu wissen gibt, aber es gehört zu ihm und wer er ist, dass er schwul ist.

Generell ist Rafes Erzählung nicht immer ganz leicht, da er irgendwann andere Leute ohne deren Wissen oder Zustimmung mit in seine (nicht notwendigen) Lügen hineinzieht. Aber letzten Endes macht er seine Erfahrungen und wie bereits erwähnt: Nicht out zu sein, macht sein Leben nicht einfacher, nur schwierig in einer anderen Art und Weise. So ist es zwar nicht die Label-Diskussion, die ich mir erhofft hatte, aber unterschätzt werden sie auch nicht.
Abgesehen davon ist es auch ein witziges und unterhaltsames Buch, für mich persönlich hauptsächlich wegen anderer Charaktere. Auch Rafes Entwicklung ist interessant, interessanter fand ich aber Ben und Bryce. Beide sind beste Freunde und wir sehen ihre Beziehung nur hier und da mal angesprochen, aber ich hoffe sehr, dass dazu im nächsten Band doch noch mehr kommt. Beide waren einander in der Vergangenheit eine Stütze, was zum Zeitpunkt des ersten Buches vor allem Bryce betrifft, der nicht nur der einzige Schwarze Schüler der Schule ist, er ist auch depressiv, was ihm mehr und mehr zu schaffen macht. Ben hat jetzt andere Probleme, die dann aber im zweiten Band weiter ausgebaut werden.
Genauso toll ist es, dass das Buch eine ganze Reihe von Erfahrungen schwuler und anderer queerer Charaktere anspricht, entweder durch verschiedene Charaktere aus Rafes alter und neuer Schule (da gibt es einige) oder durch Rafes Arbeit als Redner für eine LGBTQIA*-Organisation. Durch sie wird auch ein bisschen klar, warum Labels wichtig sein können, und warum Rafes Plan nicht zwangsläufig der beste war.

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Ich kann nicht sagen, dass ich mit Rafe besonders warm wurde, auch wenn ich seine Gründe durchaus erst mal nachvollziehen kann. Aber er ist nicht gerade die sympathischste Figur und um ehrlich zu sein, viel mehr hätten mich Ben und Bryce interessiert. Der Wunsch wird mir zumindest teilweise mit dem zweiten Teil erfüllt, und genossen haben ich „Openly Straight“ trotzdem. Es ist lustig, hat aber auch eine ernste Komponente durch Rafes Erfahrungen ohne Outing.

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Das Buch wurde vom Bruno-Gmünder-Verlag auf Deutsch veröffentlicht, Offen hetero, und ich hab es ja schon mehrmals erwähnt: Ein zweiter Band, Honestly Ben, ist in Planung für 2017. Hauptfigur dort wird Ben sein, worüber ich mich sehr, sehr freue. Ob wir damit auch ein Buch über einen bisexuellen Jungen bekommen, wird sich zeigen, aber es ist definitiv eine Möglichkeit.

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