In the Present Tense | Carrie Pack

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Genre: Fantasy, Spannung, Romantik
Verlag: Interlude Press
ISBN: 978-1-941-53078-8
Preis: $17.99
Erscheinungsdatum: Mai 2016
Format: Paperback

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an Interlude Press. (via NetGalley)

Goodreads

Miles Lawson goes to sleep dreaming of a future with his boyfriend Adam, but wakes to find he is married to Ana, an acquaintance from high school. When he learns he has been time traveling, Miles is consumed with finding a cure for his rare condition—and finding his first love.

Traveling more frequently, Miles assembles the puzzle pieces of his life and, in doing so, alienates his wife. As he loses control, Miles must realize that sometimes fixing your past mistakes means changing your future. But will he be able to convince Adam he is telling the truth before it’s too late?

Content Note:
Vertrauensbrüche, ableistische Sprache einiger Charaktere (oft aber korrigiert)

Zum Buch:
Carrie Packs Roman „In the Present Tense“ war am Ende ganz anders als erwartet. Womit ich gerechnet habe: Miles, der in der Vergangenheit daran arbeitet, dass er mit seinem Freund, Adam, zusammenbleibt, Zeitsprünge, und irgendwie entstehen daraus dann Spannungen zwischen Miles und seiner Frau, Ana, weil sich Miles Gefühle in der Zukunft vielleicht anders verhalten, weil die Vergangenheit nicht mehr die gleiche ist. Was dann tatsächlich im Buch vorkam: Ja, Miles‘ vergangenes Ich will dafür sorgen, dass er mit Adam zusammenbleibt. Aber erst mal will er herausfinden, warum sie sich überhaupt getrennt haben. Im Zentrum steht aber auch eine ganze andere Geschichte: Miles befindet sich seit Jahren wegen seiner Zeitreisen in Therapie und hofft, dass ein paar Wissenschaftler ein Heilmittel finden. Doch mit der Zeit treten immer mehr Zweifel auf: Sind es Zeitreisen oder eine Dissoziative Identitätsstörung (DIS – Dissociative Identity Disorder – DID)? Nicht alle, denen Miles Vertrauen schenkt, verdienen es auch, was natürlich sehr ungünstig ist, wenn er nach und nach herauszufinden versucht, warum seine Episoden schlimmer werden und was wirklich dahintersteckt.

Für mich war das eine sehr positive Überraschung. Auch die andere Geschichte hätte ich gerne gelesen, aber so waren Miles‘ Erlebnisse um einiges spannender. Überraschenderweise war es auch sehr einfach, den Zeiten zu folgen. Wir befinden uns die meiste Zeit über in der Gegenwart und die Autorin hat es sehr gut geschafft, den Ton der Erzählung je nach Alter von Miles zu ändern. Wenn er als 17-Jähriger in die Zeit seines 26-jährigen Ichs gereist ist, ließ sich auch leicht heraushören/-lesen, dass es sich hier um einen Teenager handelt. Blicke in die Vergangenheit gibt es nur über Flashbacks, die sich untereinander durch die jeweilige Handlung gut in der Zeit unterscheiden lassen. Und die Zukunft? Die gibt es nur, wenn Miles‘ zukünftiges Ich in die Gegenwart reist. So kriegen wir eine spannende Handlung, in der sich Zeitebenen zwar überschneiden, aber nicht verwirren.

Zwei Themen waren der Autorin sehr wichtig, wie sie in einem Blogpost schrieb. Zum einen waren das intersektionelle Charaktere, weswegen Miles ein Schwarzer und bisexueller Mann ist, dessen Mutter Schwarz und dessen Vater weiß ist. Weswegen Anas Familie aus Kolumbien stammt. Weswegen Adam schwul und koreanisch ist und mit seiner Schwester von seinen Eltern adoptiert wurde. Da gibt es aber auch Themen, über die sie, als weiße Autorin, nicht schreiben kann: Was es heißt, als Person of Color zu leben zum Beispiel. Worüber sie schreiben kann, das sind psychische Erkrankungen und ihre Auswirkungen auf alle Beteiligten. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber sie verknüpft reale und fantastische Elemente hier sehr respektvoll. Auch mit den Einflüssen hält sie nicht zurück. Viele wissen mit Miles Situation nichts anzufangen oder verstehen es nicht richtig. Manche brauchen etwas Zeit, um den Umgang damit zu lernen. Andere machen es erst richtig, halten es aber nicht immer durch. Fehler werden viele gemacht. Carrie Packs Buch verteufelt diese Fehler nicht, tut aber auch nicht so, als wäre es in Ordnung. Stattdessen wird gezeigt: Es kann auch besser gemacht werden.

Was mir manchmal Probleme bereitete, waren Streitgespräche. Oftmals wirkten die Reaktionen in diesen zu überzogen oder plötzlich auf mich, und ich habe eine Ahnung, woran das liegt: Oftmals sind andere Charaktere noch am Reden, da reagiert Miles schon – aber mit Worten. Kein Hinweis, dass ihn etwas schockt oder ärgert vorweg, stattdessen bin ich gedanklich noch beim zuvor Gesagten, da folgen schon Miles‘ Worte.
Und gut, am Ende war es dann manchmal doch etwas zu zufällig passend. Es wirkte in den Details manchmal ein wenig zu schön – und einfach -, um wahr zu sein. Dabei war das eigentliche Ende doch sehr erfrischend: An sich sehr offen, aber durch Andeutungen aus der Zukunft haben wir zumindest eine Ahnung, wie es weitergeht. Sollte jemals ein weiteres Buch über Miles kommen, ich würde es auch wieder lesen.

04

Ich habe ein romantisches Zeitreisedrama erwartet und einen spannenden Roman über Zeitreisen, psychische Erkrankungen und Verschwörungen bekommen. Ist das besser so? Für mich ja. Romantiker*innen müssen auch nicht verzagen: Ganz weg vom Fenster ist die Liebe auch nicht. Nicht alle Reaktionen mögen immer ganz nachvollziehbar sein, aber Carrie Pack präsentiert her trotzdem eine mitreißende Geschichte.

balken_blau

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