Juliet Takes a Breath | Gabby Rivera

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Genre: YA, Contemporary
Verlag: Riverdale Avenue Books
ISBN: 978-1-626-01251-6
Preis: $16.99
Erscheinungsdatum:
Format: Paperback

Goodreads

Juliet Milagros Palante is leaving the Bronx and headed to Portland, Oregon. She just came out to her family and isn’t sure if her mom will ever speak to her again. But Juliet has a plan, sort of, one that’s going to help her figure out this whole “Puerto Rican lesbian” thing. She’s interning with the author of her favorite book: Harlowe Brisbane, the ultimate authority on feminism, women’s bodies, and other gay-sounding stuff.

Will Juliet be able to figure out her life over the course of one magical summer? Is that even possible? Or is she running away from all the problems that seem too big to handle?

With more questions than answers, Juliet takes on Portland, Harlowe, and most importantly, herself.

Content Note:
Juliet selbst ist in vielen Dingen noch unwissend und hat sehr binäre und cissexistische Ansichten, die aber hinterfragt werden. Sie sieht sich auch Microaggressionen und Rassismen von Bekannten und Freund*innen ausgesetzt, was aber ebenso alles kritisch hinterfragt wird.

Zum Buch:
Es klingt schon aus der Beschreibung heraus: „Juliet Takes a Breath“ ist ein Buch über das Lernen, das Leben und Neueserfahren. Juliet verlässt für eine gewisse Zeit ihr gewohntes Umfeld – raus aus dem Haus der Eltern und hin zu Harlow Brisbane, einer feministische Autorin. Da geht es schon damit los, dass Juliets Familie puerto-ricanische Wurzeln hat, während Harlowe weiß ist. Nackte Typen liefen ihr daheim auch nicht überraschend im Haus über den Weg, und damit hören die Unterschiede noch lange nicht auf.

Juliet ist dabei ein sehr … widersprüchlicher Charakter, aber so, wie wir es von uns selbst und anderen auch kennen. Einerseits verehrt sie Harlowe und ihr Buch, „Raging Flower“, das einen sehr vagina-zentrischen Feminismus bewirbt und angeblich sehr radikal sein soll, aber kaum ist sie in Portland, verurteilt sie ein Mädel dafür, dass sie sich die Achselhaare wachsen lässt und betont an anderer Stelle sehr herabschätzig, dass sie nie eine dieser maskulinen Lesben sein würde. Manches ist wohl einfach damit zu begründen, dass sie einfach noch sehr jung ist. Den Begriff „transgender“ hat sie zuvor nie gehört, Fragen nach ihren Pronomen und ihrer Selbstidentifikation verwirren sie. Warum sie trotzdem sehr überrascht ist, dass die USA eine sehr rassistische und nicht sehr weit zurückliegende Vergangenheit hat, weiß ich nicht so recht. Aber das Schöne an Juliet ist, dass sie vielleicht nicht perfekt ist, aber sie ist bereit zu lernen. Sie stellt Fragen, sie denkt nach und sie versetzt sich in andere hinein, was auch das Lernen dieses Buches ausmacht – über andere Gender, über Frauen der Vergangenheit und besonders puerto-ricanische, über ihren eigenen Platz in der Welt. Das Ende mag nicht abgeschlossen sein, aber hier ist ein Weg mitzuverfolgen, und der dürfte nicht nur für Juliet sehr lohnenswert sein.

Das liegt vor allem an den Personen, die sich trifft. Nicht alle davon sind toll, aber auch sie gehören dazu. Phen ist ein arroganter Kerl, dank dem Juliet aber ihre ersten Fragen stellt. Harlowe, die so ziemlich alle „white feminism“-Klischees vereint, hält sich für radikal, denkt aber trotzdem in Stereotypen und kann nicht über ihren Tellerrand hinwegsehen. Sie schenkt Juliet aber auch Zuflucht, kümmert sich um sie und zeigt ihr neue Wege, sich und ihren Körper zu wertschätzen, zu feiern – und wenn es nur zum Trotz ist.
Sehr, sehr viel wichtiger sind aber Charaktere wie ihre Cousine Ava, die sich selbst im queeren Spektrum wiederfindet und nichts lieber tut, als Juliet auf ihrem Weg zu helfen und ihr die eine oder andere Frage auch über puerto-ricanische Geschichte zu beantworten. Ebenso Maxine und Zaira, Harlowes Co-Partnerinnen, die im Gegensatz zu ihr aber selbst Frauen of Color sind und ihre ganze eigenen Interessen und Ansichten mit sich bringen und Juliet auch herausfordern. Und natürlich Kira, die hilfsbereite, junge Bibliothekarin, in die sich Juliet prompt ein bisschen verknallt.
So kommen im Buch viele verschiedene Perspektiven zusammen, inklusive hilfreicher Erklärungen für die, die wie Juliet selbst noch ein bisschen am Anfang stehen.

Bisweilen hätte ich mir nur ein besseres Lektorat gewünscht. Hier und da sind Worte durcheinandergewürfelt, manche Stellen wurden offenbar überarbeitet, die alte Formulierung aber nicht ganz gelöscht. Juliets Geburtsjahr wandert von 1982 zu 1983. An anderer Stelle sollte es ihr dritter Tag in Portland sein, im Text heißt es dann aber, sie sei schon zwei Wochen da gewesen – während der nächste Absatz wieder bestätigt, dass es der dritte Tag sein müsste. Solche Fehler müssen nicht sein und hätten eigentlich leicht korrigiert werden können.

04

Bücher über Selbstfindung und schlichtweg Lernen im Leben sind nichts Neues – nur geht’s da in der Regel nicht um puerto-ricanische, lesbische, dicke junge Frauen. Schon allein deswegen bietet „Juliet Takes a Breath“ ganz neue Perspektiven und Antwortansätze, die nicht nur Juliet zum Nachdenken bringen werden. Außerdem wirft das Buch einen kritischen Blick of White Allyship und warum Diskriminierungserfahrungen auf einer Ebene eben nicht reichen, um andere Erfahrungen vollkommen verstehen zu können – dass da auch eigene Arbeit dahinter steckt. Wenn es das Buch früher schon gegeben hätte, es wäre für mich eventuell geworden, was „Raging Flower“ für Juliet ist, nur deutlich besser. ;)

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