The Unforgettables | G.L. Tomas

balken_blau unforgettables

Genre: YA, Contemporary, Romance
Verlag: Rebellious Valkyrie Press
ISBN: 978-1-943-77313-8
Preis: $2.99
Erscheinungsdatum: September 2016
Format: eBook

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an Rebellious Valkyrie Press. (via NetGalley)

Goodreads

The summer vacation of The Unforgettables…

Neighbors and best friends Paul and Felicia hoped they’d be friends forever. But as they change, so does their friendship. She shouldn’t have kissed him…He shouldn’t have liked it.

Starting school changed everything.

Content Note:
Bisweilen übergriffiges Verhalten des männlichen Protagonisten und ohnehin einige Klischees des Genres.

Zum Buch:
„The Unforgettables“ ist an sich eure generische, fluffige Romance-Story – zumindest die meiste Zeit über. Was für das Buch spricht, sind seine Charaktere, die ausnahmsweise mal nicht die typischerweise weißen Protagonist*innen sind und auch viele andere, erfrischende Facetten mit sich bringen. Paul ist eher extrovertiert und der Sohn seiner weiß-walisischen Mutter und seines japanischen Vaters, hat Dyslexie und damit verbunden Minderwertigkeitskomplexe gegenüber seiner kleinen Schwester, während er von ihr und dem jüngsten Kind der Familie ziemlich genervt ist. Die Familie gehört dem Buddhismus an, was ich in YA bisher auch noch nie hatte – und all diese Elemente spiegeln sich in der Erzählung wieder und beeinflussen die Charaktere, statt nur erwähnte Details zu sein. Gleiches gilt für Felicia, die im Haus nebenan wohnt und genau wie Paul ein Nerd, im Gegensatz zu ihm aber eher eine Alleingängerin ist. Felicia ist Schwarz, ihre Mutter stammt aus Haiti und sorgt auch dafür, dass in der Familie Kreyol gesprochen wird. Sie und Felicias Vater sind auch deutlich strenger und beide katholisch, während ihre Tochter in Sachen Religion ihre Zweifel hat. Im Gegensatz zu Paul ist sie auch das jüngste Geschwisterkind. Da treffen also einige Unterschiede aufeinander, die die beiden teilweise zusammenführen – ihnen aber auch Steine in den Weg legen.

Denn auch wenn das Buch zu einem Großteil wirklich nur die übliche Romanze ist, es legt eher einen Fokus darauf, dass es eben nicht immer ganz magisch funktioniert. Probleme sind nun einmal Probleme und nicht für alle lassen sich Lösungen finden, oder nur schwierig. Trotzdem feiert „The Unforgettables“ die Charaktere mit ihren Unterschieden, niemals wird so getan, als sei es romantisch, dass sich Menschen ganz verändern müssen, um in einer Beziehung sein zu können und geht damit gegen vieles, was uns gesellschaftlich immer noch vorgekaut wird, obwohl es nicht mal was Gutes ist.

Repräsentationstechnisch bieten auch die Nebencharaktere einiges, was sehr schön ist. Da wird ganz selbstverständlich ein bisexueller Bruder erwähnt, ein kleines Mädchen ist trans, ein anderes Kind ist eventuell nicht-binär, hat zumindest aber offen Interessen in alle Richtungen und normalisiert es, wenn ein Junge halt auch mal Pink mag. Die Freude wird aber auch ein bisschen geschmälert, wenn dann ein Charakter feststellt, dass der Bruder definitiv nicht trans ist, nur weil er keine Dysphorie empfindet.

Ansonsten entkommt auch „The Unforgettables“ den Tücken des Genres nicht und bedient so einige Klischees. Mal abgesehen davon, dass ich nicht sicher bin, ob „Hiroshima“ wirklich als Nachname in Japan genutzt wird (es kann gut sein, ich weiß es wirklich nicht – es wirkt nur so, als hätten die Autorinnen den erstbesten japanischen Begriff verwendet, der ihnen einfiel), Paul verhält sich teilweise ziemlich übergriffig. Da ist die obligatorische Szene, in der die Wünsche des Mädchens ignoriert werden und sie schlichtweg weggetragen und das Ganze als niedlich und lustig dargestellt wird. Und natürlich steht der Romanze angeblich was im Weg, was sie verbietet, aber bei Tageslicht betrachtet sind die Gründe dann doch eher … klein. Da prügelt sich der Held für seine Liebste, und wenn er Ärger kriegt, gibt sich die Heldin selbst die Schuld, obwohl sie absolut nichts dafür kann. Es gibt erzwungenes Drama, und dafür werden andere, sehr viel interessantere Elemente der Geschichte fallen gelassen und einfach nie mehr aufgegriffen. Wenn ich die Wahl hab zwischen der Frage, ob Paul und Felicia es auf die Reihe kriege, und ob Felicia endlich in ihrem Fußballteam ankommt und spielen kann, dann würd ich eigentlich gern mehr über letzteres erfahren.

Frage auch: Wenn euch eure Mutter sagt, ihr sollt zum Lernen zum Nachbar gehen und Bücher mitnehmen … nehmt ihr dann Lehrbücher oder Unterhaltungsliteratur mit? Felicia nahm zumindest keine Lehrbücher, da hätte ich mir manchmal mehr Aufmerksamkeit vom Lektorat gewünscht. Vor allem wenn es im Text dann heißt, dass es noch Zeit hätte, jemanden zu konfrontieren … und dann zieht sie sofort los, um ihn zu konfrontieren.

03

Das Buch punktet mit Vielfalt an so ziemlich allen Ecken und durch eine Liebesgeschichte ohne rosarote Brille. Dafür hapert’s an anderen Stellen und zuvorderst daran, dass die Geschichte trotzdem noch einige Klischees bereithält, die dringend abgeschafft gehören: Übergriffigkeiten, romantisierte Gewalt, übertriebenes Drama. Habe ich alles schon mal schlimmer gelesen, deswegen konnte mich die Geschichte aber trotzdem nicht begeistern.

balken_blau

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