2016 – wie war’s?

Oh boy. Ereignisreiches Jahr, in jeder Hinsicht. Aber um beim Persönlichen zu bleiben: Ich bin von Edinburgh zurück nach Deutschland gezogen (und trotz der positiven Aspekte immer noch ziemlich traurig darüber), hab mir dafür aber einen Wunschjob angeln können, was, so insgesamt betrachtet, ziemlich erstaunlich und dadurch umso erfreulicher ist. Ich gehöre also offiziell zu den Berufstätigen und als Studentin dachte ich, da hätte ich mehr Zeit zum Lesen (da geregelter Tagesablauf), aber Pustekuchen. Alle, die vor mir diesen Punkt erreicht haben, lachen mich gerade potentiell aus – zu recht. Aber nun ja, es ist, wie’s ist und ein bisschen komme ich ja doch zum Lesen.

Und nun ist es Zeit, ein bisschen Bilanz zu ziehen. Was war gut, was war schlecht? Wie steht’s mit der Diversity?

best_2016

Dieses Jahr waren eigentlich ziemlich viele gute Bücher dabei, aber diese drei dürften meine Lieblinge sein:
False Hearts von Laura Lam, weil es zum einen ein spannender Thriller ist, zum anderen wunderbar fesselnde Charaktere hat – und weil es dem Buch wirklich anzumerken ist, dass die Autorin ihre Recherchen ernst genommen hat. Das Ergebnis ist eine tolle Geschichte, und eine Darstellung von Sexarbeit, die nicht die üblichen Klischees bedient. (Im Juni erscheint der zweite Band und ich kann’s kaum erwarten! Klingt das Buch fantastisch, oder was?)
Every Heart a Doorway von Seanan McGuire war sehr kurz, für mich dafür aber umso wunderbarer. Genau creepy und gruselig genug mit liebenswert-mörderischen Charakteren. (Ja, ich meine Jack.) Gut, die Geschichte hätte etwas komplizierter sein können, und auch ein bisschen länger, aber ich finde, sie funktioniert auch so, wie sie ist. (Hoffentlich auch der zweite Band im Juni! Aber ich bin zuversichtlich, immerhin geht’s um Jack und ihre Schwester Jill. 8D)
Ariah von B.R. Sanders, einfach weil es mal was ganz anderes war. Ein sehr langsames, aber weitreichendes Buch, das tatsächlich mal nicht nur bestehende gesellschaftliche Strukturen kopiert – die Autorin hat Kreativität bewiesen und ich wünschte, mehr würden es sich trauen, nicht nur in Fantasy und ähnlichen Genres.

worst_2016

Viele gute Bücher heißt auch, dass es keine richtig miesen Bücher gab. Ein bisschen enttäuschende, klar, aber gehasst hab ich keine.
Tag von Keith Griffen war halt einfach langweilig, mit furchtbaren Charakteren, wenig einfallsreicher Story und über den Zeichenstil können wir wohl streiten. Ich war aber echt noch nie so sehr von einem Comic genervt, also herzlichen Glückwunsch dazu.
Bite Club von Rachel Caine hat mich davon überzeugt, endlich mit der Morganville-Vampires-Serie aufzuhören. Ich hatte eh schon ewig nicht weitergelesen. Der Serie bin ich entwachsen und ich erwarte mittlerweile einfach mehr – weniger sexistische Momente, so klein sie auch sein mögen, weniger Heteronormativität – bzw. dann zum Ausgleich wenigstens eine spannende Story. Das kann die Reihe nicht mehr bieten, also war’s das.

Gute Bücher hin oder her, wie bunt war das Jahr jetzt? Tja, da hab ich noch an einigem zu arbeiten. Die Zahlen beziehen sich auf Haupt- und wichtige Nebencharaktere: 35% der Bücher hatten queere Charaktere und 31% hatten Charaktere of Colour. Bei den Autor*innen sieht es noch mal ein bisschen schlechter aus: Da sind es jeweils 19% und 18%. Von allen anderen Aspekten fang ich besser gar nicht. Da ist noch deutlich Luft nach oben – und wird 2017 dann auch besser angepackt.

Advertisements

3 thoughts on “2016 – wie war’s?

  1. Ich hab’s ja ein bisschen andersherum gemacht, also erst Job, dann Uni und ich dachte ehrlich gesagt, wenn ich erst mal studiere, hab ich mehr Zeit zum Lesen, aber: Pustekuchen xD Ich drück uns mal beiden die Daumen, dass wir noch dabei sind uns zurechtzufinden und es noch besser wird ;D

    Ich finde deine Diversity-Bilanz gar nicht so schlecht. Um die 30% ist doch echt nicht wenig :)

    • Fazit: Es ist einfach immer zu wenig Zeit zum Lesen. xD Ich glaub aber, ich muss mir da einfach auch mal wieder mehr Zeit nehmen und dafür eben was anderes sausen lassen. Aber es ist Jahresanfang, idealer Zeitpunkt, um unsere Prioritäten zu überdenken. 8D

      Aber noch nicht mal ganz ein Drittel, da geht mehr, den Anspruch hab ich an mich. xD Ist ja sonst auch ein bisschen arg heuchlerisch von mir.

Und ihr so?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s