Alle guten Dinge sind zehn … 2018

Wie jedes Jahr warten 2018 mal wieder einige spannende Neuerscheinungen auf uns, die sofort vorbestellt oder zumindest bei Erscheinen im Laden gesucht werden müssen. Mensch könnte sich fragen, wo die Bücher eigentlich noch hin sollen, zumindest ich sollte dies tun. Mach ich aber nicht, so viel Verantwortungsbewusstsein möchte ich mir wirklich nicht zumuten. Zumal 2018 so einige Perlen für mich bereithält, warum sollte ich mich künstlich zieren?

Gleich die ersten drei Titel haben mit einer Autorin zu tun, die sich schon mit ihrem Debüt zu einer meiner Lieblingsautorinnen mauserte: Tess Sharpe. Nächstes Jahr erscheint endlich ihr neues Buch: Barbed Wire Heart (ET: 6. März), ein Thrilller über Harley McKenna, Tochter von North Countys größtem und gefährlichsten Drogenboss. Gearbeitet hat sie für ihn schon länger, als ihre Zeit, das Drogenbusiness zu leiten, näher rückt, bleibt ihr nur ein Ausweg: Sie muss sowohl die Geschäfte als auch seine Rivalen ausschalten. Ich erwarte Action, ich erwarte Spannung … und ich erwarte, dass Tess Sharpe mal wieder den Stacheldraht um mein Herz wickelt und fest zuzieht.
Noch davor erscheint die Anthologie All Out (ET: 27. Februar), herausgegeben von Saundra Mitchell. Vertreten sind hier neben Tess Sharpe u.a. Sara Farizan, Mackenzi Lee, Anna-Marie McLemore, Malinda Lo und Dahlia Adler. Erzählt werden hier historische Geschichten mit und über queere Jugendliche verschiedener Identitäten, aus verschiedenen Perioden und über Genre hinweg. Ebenfalls eine Anthologie ist Toil & Trouble (ET: 28. August), diesmal mit Sharpe als Herausgeberin. Hier versammeln sich u.a. Zoraida Córdova, ebenfalls Anne-Marie McLemore, Nova Ren Suma und Tristina Wright. Das Thema? Frauen, Magie und Hexerei; in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft, von guten und bösen Hexen und denen, die irgendwo dazwischen sind. Ich kann’s kaum erwarten!

Weiter geht’s mit den Lieblingsautorinnen: Jacqueline Carey. Ich muss zugeben, ich habe immer noch nicht den Re-Read der Kushiel-Reihe angefangen, immer noch nicht ihre Urban-Fantasy-Reihe beendet und auch immer noch nicht ihr zuletzt veröffentlichtes Buch gelesen, obwohl alles im Regal und bei mir in der Nähe ist. Ich werde mich vermutlich trotzdem gleich auf ihr neues Buch Starless (ET: 12. Juni) stürzen, zumal sich dieses Buch wieder im Bereich der High Fantasy ansiedeln wird. Es ist eine Welt, in der im Exil lebende Gottheiten auf der Erde wandeln, unter ihnen Miasmus, dessen einziges Ziel es ist, alles zu zerstören. In dieser Welt lebt auch Khai, Krieger und Beschützer der Prinzessin Zariya. Die Rede ist von Intrigen am Hof, von Khais eigener „widerstreitender“ Identität (keine Ahnung, was das heißt, aber ich bin gespannt), von Prophezeiungen und einer epischen Reise. Und wie ich die Autorin kenne, wird es wunderbar geschrieben sein. So, wie es scheint, wird es außerdem ein Einzelband sein. Ausgehend von den Titeln, die ich von ihr kenne, schreibt sie High Fantasy einfach am besten. Wer mit ihr anfangen möchte, aber nicht gleich mit der neunbändigen, über mehrere Jahrhunderte spannende Kushiel-Reihe starten möchte, deren Bände alle jeweils 700+ Seiten haben, findet vielleicht mit diesem Titel einen guten Einstieg.

Kirsty Logan war ein Überraschungsfund, den ich allein grass harp zu verdanken habe. Bisher gab es nur einen Roman von ihr, The Gracekeepers, der mich sofort verzauberte. Selbst ihre Kurzgeschichtensammlungen zogen mich in ihren Bann, obwohl ich mit Kurzgeschichten in der Regel nicht besonders viel anfangen kann. Nun knüpft sie an die Gracekeeper an: The Gloaming (ET: 19. April) ist ein Prequel (beziehungsweise sowas wie) und überzeugt schon auf den ersten Blick – das Cover! Ich kann es kaum abwarten, das Buch neben den ersten Roman zu stellen und gemeinsam anzuhimmeln. Die Autorin selbst hat einige Zeit in Island für die Recherche verbracht, weswegen ich mal ganz frei bin und behaupte, dass die Geschichte in Island spielen wird. Auf uns wartet eine Geschichte voller Magie und, wenn mich nicht alles täuscht, Meerjungfrauen und Frauen, die Meerjungfrauen lieben. Queere Charaktere von queeren Autor*innen – so hab ich das gern! (Außerdem besteht die Hoffnung, dass ich 2018 wieder zum Edinburgh Book Festival kann, einen besseren Zeitpunkt wähle als dieses Jahr und sie auch wieder als Autorin vor Ort ist. Aber mit einer Novität stehen die Chancen ja gut.) Wer von ihr auch nicht genug kriegen kann: Sie erwähnte mal, dass sie immer Kurzgeschichten mit Romanen abwechseln möchte. Als nächstes stünde also wieder eine Textsammlung an!

„Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ fand ich toll, aber dank „The Upside of Unrequited“ hab ich mich erst in Becky Albertalli verliebt. Es ist immer wieder schön, Teile von dir selbst in Büchern wiederzufinden. Sich aber so sehr von einem Charakter verstanden zu fühlen, das passiert nicht oft und ist ein richtig gutes Gefühl. Deswegen freue ich mich auch richtig auf Leah on the Offbeat (ET: 24. April), mit dem sie außerdem einen weiteren bisexuellen Charakter (Leah) einführt. (Also, Leah kam schon in Simons Story vor. Aber dieses Mal geht es um sie, das meine ich.) Das Cover trifft schon mal wieder den Nagel auf den Kopf, da ist es ja eigentlich zu schade, wenn im Regal wieder nur der Rücken zu sehen ist.
Die beste Nachricht ist: Das ist noch nicht alles von Becky Albertalli im nächsten Jahr! Zusammen mit Adam Silvera – von dem ich nach wie vor nichts gelesen habe, den aber alle einhellig zu lieben scheinen – bringt sie einen weiteren Roman raus: What If It’s Us (ET: 2. Oktober). Darauf müssen wir noch bis Herbst warten, aber ein Albertalli-Buch pro Halbjahr ist eine machbare Wartezeit. (Hinzu kommt die Verfilmung des ersten Buches, welche unter dem Titel Love, Simon direkt zu meinem Geburtstag rauskommt. Ich sehe das als Zeichen, dass der Film fantastisch wird. Es könnte auch ein bisschen was damit zu tun haben, dass Keiynan Lonsdale mitspielt.)

Wir sind noch nicht ganz durch mit den besten Covern des nächsten Jahres. Tyler Johnson Was Here (ET: 20. März) von Jay Coles hat vermutlich eines der schönsten Cover, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Das freut mich auch deshalb, weil hoffentlich gerade das Cover das Interesse derer auf sich zieht, die noch nicht vom Buch gehört haben, und es so den Weg in viele Hände findet. Erzählt wird die Geschichte von Marvin Johnson, der zusammen mit seinem Bruder Tyler auf eine Party geht. Bei der Party bleibt es jedoch nicht – nachdem eine Schießerei ausbricht, taucht die Polizei auf. Am nächsten Tag wird Tyler vermisst und bald ist klar, dass erneut ein Schwarzer Jugendlicher von einem Polizisten ermordet wurde. Mit so einer Tragödie klarzukommen, ist schwer genug – umso mehr wenn seine Mutter den Verlust kaum verkraften kann und ihm der Name seines Bruders immer wieder als Hashtag begegnet.

Ein historischer Roman, eine Story mit Zombies und eine rassismus-kritische Geschichte … all das sind Elemente von Justina Irelands neuem Titel Dread Nation (ET: 3. April). In dieser alternativen Vergangenheit gefährden Zombies die Menschheit … zumindest in den USA, vielleicht auch ganz Amerika. (Potentiell auch in anderen Ecken der Welt, so ganz klar war mir das noch nicht.) Native Americans und Schwarze Menschen werden gezwungen zu trainieren, um die Untoten zu bekämpfen. Die einzige Aufstiegsmöglichkeit: Die höhere Schicht beschützen. Jane McKeene hat aber andere Pläne für ihr Leben. Die müssen aber auch erst mal beiseite gelegt werden, als sie in eine Verschwörung verwickelt wird, die ihr eines noch einmal deutlich klarmacht: die Untoten sind nicht ihr größtes Problem. Andere Menschen dagegen schon.

Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht mehr, wann genau der Hype um Tomi AdeyemisChildren of Blood and Bone (ET: 6. März) startete. Spätestens als bekannt gegeben wurde, dass die Filmrechte verkauft wurden, vermute ich? Ist letztendlich auch egal; was zählt: Nächstes Jahr erscheint das Buch und wenn es gut ist, können wir uns zusätzlich nicht nur auf Fortsetzungen, sondern auch auf einen Film freuen. Erste Reaktionen auf eine Leseprobe fielen sehr gut aus, das sind doch schon mal beste Voraussetzungen.
Inhaltlich dreht sich alles um Zélie Adebloa und ihre Magie. Einst herrschte Letzteres in Orïsha, bis eines Nachts alle Magie verschwand und die gesellschaftliche Hierarchie vollkommen umgedreht wurde. Das Ziel der Krone: Magie endgültig auszulöschen. Zélie hat jedoch die Möglichkeit, diese zurück ins Land zu bringen – dazu muss sie aber erst einmal lernen, ihre eigenen Kräfte zu kontrollieren.

In meiner Kindheit wurde neben Ostmärchenfilmen auch viel Disney geguckt. Schon damals hatte ich einen klaren Favoriten: Mulan. Ein bisschen war’s meinen Eltern geschuldet, denn bei denen war Prinzessinsein nie so richtig angesagt. (Einmal zum Fasching und auch nur, weil meine Großeltern mir ein Kleid geschenkt hatten. Im Nachhinein bin ihr sehr froh, dass ich ansonsten einer der sieben Zwerge, eine Hummel, ein Marienkäfer, eine Katze und der gestiefelte Kater war.) Aber auch sonst konnte mich Mulan deutlich mehr begeistern, was unter anderem auch eine kleine Vorliebe für Geschichten über Frauen, die crossdressen, startete. Kurz: Ich freu mich natürlich auch auf Reflection (ET: 27. März, wieder direkt zum Geburtstag!) von Elizabeth Lim. Als Teil der „Twisted Tale“-Reihe geht es hier um die Geschichte des Disneyfilms … in der ein Schlüsselmoment aber ganz anders verläuft. In diesem Fall überlebt Shang den Angriff von Shan Yu nicht, stattdessen muss Mulan in die Unterwelt reisen, um seine Seele zu finden und ihn zu retten. Und außerdem entscheiden, wem sie nun verrät, dass sie eigentlich nicht Ping ist – oh, und natürlich selbst irgendwie wieder aus der Unterwelt entkommen.
Wer übrigens die Geschichte ebenso mag und nicht auf die Disney-Realverfilmung warten mag: Es gibt bereits eine chinesische Realverfilmung, die sich außerdem ein bisschen enger an der ursprünglichen Legende von Hua Mulan orientiert.)

Freut ihr euch auch auf einige dieser Titel? Was ist eure Top [insert number here] für 2018?

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14 thoughts on “Alle guten Dinge sind zehn … 2018

  1. Die letzten fünf Bücher klingen für mich am interessantesten. Becky habe ich natürlich auf dem Schirm, aber auch die Bücher von Jay Coles und Tomi Adeyemi sind mir online schon des öfteren begegnet. Kein Wunder, bei den genialen Covern! Ich liebe Mulan auch und freue mich sehr auf die kommende Disney-Realverfilmung. Der Plot des Buches klingt, als könne es in Richtung Orpheus und Eurydike gehen…

    Ich möchte für mich selbst auch eine kurze Liste mit Büchern erstellen, die ich 2018 lesen will. Wobei das nicht unbedingt Neuerscheinungen sein müssen. Becky Albertalli bekommt auf der Liste sicherlich auch einen Platz, viel mehr Gedanken habe ich mir aber bisher noch nicht gemacht.

    PS: Bei Love, Simon ist leider der deutsche Kinostart um drei Monate nach hinten verschoben worden :((

    • Ich glaube, gerade die beiden haben auch richtig die Runde gemacht. Ich sehe sie auch nach wie vor immer wieder auf Twitter und auf diversen Listen auftauchen. :D Bei der Realverfilmung bin ich ja sehr gespannt. Ich kann mich gerade komplett täuschen, aber gab es nicht mal ein Gerücht oder dergleichen, dass irgendeine männliche Rolle hervorgehoben werden sollte oder sowas? Aber vielleicht verwechsle ich da gerade wirklich etwas. (Hoffe ich!)

      Ich glaub, so eine Liste darf sich dann ja auch während des neuen Jahres noch weiter formen – wer weiß, was da im Laufe der Zeit noch dazu kommt! Oder bist du jetzt schon ein bisschen weiter?

      WAS. Nein, wie gemein, das passte doch so perfekt. :( Soll doch der andere Film, der da stört, oder was auch immer Grund war, verschoben werden. >:(

      • Ja, doch, das war Mulan. Ich glaube erst sollte ein Weißer China retten oder irgendwas ähnlich bescheuertes. Ich hab das nicht genau verfolgt, ich meine aber sie sind zurückgerudert. Hoffentlich.

        Ich habe jetzt für meinen Blog einen Beitrag mit 6 Neuerscheinungen vorbereitet, die ich im ersten Halbjahr 2017 lesen möchte. Mal schauen, ob mir bis Juni 6 weitere Titel ins Auge springen XD

      • Dass sie Mainstream heißt ja nicht, dass die Info bei wirklich allen ankommt! xD Aber beim Reingucken in die Titel hab ich bemerkt, dass ich „Aru Shah and the End of Time“ doch schon kannte, hatte mir nur Autorin und Imprint gemerkt, nicht aber den Titel.
        Die anderen beiden klingen aber auch echt gut, gerade Baker Thief. :’D Danke für die Empfehlungen!

  2. Ich hoffe die Anthologien werden gut. Ich finde oft klingen sie vielversprechend und dann sind es doch so 0815-Teeniegeschichten, aber hoffen wir mal das Beste, gerade die Beschreibungen zu All Out klingen ja doch eher ungewöhnlich :D

    Hach, auf The Gloaming und Leah freue ich mich auch schon riesig. Ich finde es auch richtig schön zu beobachten, dass die Diversity langsam aber sicher auch auf den Covern einzieht. Gerade TJ Was Here und The Children of Men sehen so cool aus!

    Bei diesen Twisted Tales bin ich noch skeptisch, wirkt für mich dann doch eher wie Geldmacherei mit möglichst kleinem (qualitativ wertvollem) Aufwand/Inhalt.

    • Ich berichte dann (hoffentlich bald)! :D Vielleicht darf das dann auch als Merkmal zählen: Wenn ich sie mag, muss was dran sein, weil ich mit Kurzgeschichten idR nicht so sehr klarkomme. xD

      Jup! Es wird auch langsam echt Zeit. Und das Ganze muss noch mehr nach Deutschland überschwappen. Ich fand die neuen Programme schon inhaltlich im Großen und Ganzen enttäuschend. :/

      Kann echt gut sein, dass es sowas wird. Ich kenn von den Disney-Büchern eigentlich auch nur Maleficent (nicht aus der speziellen Reihe) und das war insgesamt gut, glaube ich, aber auch nichts, was unbedingt gelesen werden muss. Ich hab die leise Befürchtung, dass es mit der Reihe ähnlich läuft, aber … es ist Mulan, what can I do?

      • Ich schau mir die deutschen Programme schon gar nicht mehr an, sondern warte einfach, was ein paar Blogger empfehlen (aus dem deutschsprachigen Raum), ist irgendwie langweilig geworden.

        You just gotta try it, I guess ;)

      • Recht hast du. Ich guck’s immer durch in der Hoffnung, dass es mal interessanter wird, und ein paar tolle Sachen gibt es auch; aber die Programme haben mich im Ganzen schon mal mehr begeistert.

        Will do! :D

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