Geständnisse | Minato Kanae

balken_blau

„Geständnisse“ feat. Ellie Loredan. Was sie uns wohl beichten möchte?

Originaltitel: 告白 [Kokuhaku]
Genre: Thriller
Übersetzer*in: Sabine Lohmann
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 978-3-570-10290-9
Preis: 16,99€
Erscheinungsdatum: März 2017
Format: Hardcover

Goodreads

Die kleine Tochter der Lehrerin Moriguchi Yūko ist ertrunken. Ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama in Gang.

Content Note:
In einer Passage: Transfeindliche Beschreibungen (inkl. Queerantagonismus) und Heteronormativität. Eine Lehrerin, die lediglich erwähnt wird, ist trans und wird beständig misgendert. Eltern behaupten, sie sei schwul und „sexuell abartig“. Moriguchi derweil sieht ihr Frausein als Zeichen dafür, dass sie nur an Männern interessiert ist.

Zum Buch:
Das war vielleicht was. Ich greife wahrlich nicht oft zu Thrillern, aber ich hatte Lust auf das „feinste böse“ Buch, das uns die Los Angeles Times hiervon versprochen hat. Mit Rachestorys kann ich ohnehin immer geködert werden und in dieser Hinsicht enttäuscht „Geständnisse“ definitiv nicht.

„Geständnisse“ ist gar nicht so umfangreich, trotzdem stecken einige Komplikationen drin. Ich möchte auch gar nicht zu viel verraten und euch das Entdecken selbst überlassen, aber es geht – natürlich – viel um Geständnisse, um Verfehlungen, Verbrechen und Rache. Letzten Endes gibt es keine einzige Figur, die noch im Recht ist. Sehr wohl aber solche, hinter denen wir als Leser*innen stehen, trotz allem. Sich da zu positionieren und damit auch auseinanderzusetzen, ist wohl der interessanteste Teil der Geschichte, und auch einer, um den wir nicht drumherum kommen. Auch den Charakteren in der Geschichte geht es ähnlich. Welche Strafe ist gerecht? Was kann ich durchgehen lassen, was nicht? Wie weit ist zu weit?

Spannend war auch das Zusammenspiel von Aktion und Reaktion. Jede Tat hatte einen Grund. Nicht jeder Grund war gut, aber es gab eine ganz konkrete Motivation. Leider ist dies auch gleichzeitig der Teil, bei dem das Buch ein wenig flach fällt. In vieler Hinsicht hat die Autorin die Verzweigungen sehr geschickt konstruiert und bei einigen recht krassen Sachen habe ich es nicht mal recht über mich bringen können, dieser Figur die Schuld zu geben. An anderer Stelle ergibt sich dieses moralische Dilemma leider überhaupt nicht. Aber wer weiß, vielleicht sagt es auch einfach viel mehr über mich aus als über die Qualität des Buches, wessen Motive ich als verzeihbar einschätze.

Ein feines Buch. Das feinste Böse? Nicht ganz, aber es bringt eine*n doch ins Grübeln, warum manche Verbrechen nachvollziehbar scheinen und andere nicht. Ich persönlich kam zu dem Fazit, dass ich damit gut leben kann. Ob es euch genauso gehen würde?
Unabhängig davon war die Passage des Queer- und speziell Transantagonismus vollkommen unnötig und hätte leicht weggelassen werden können.

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