Barbed Wire Heart | Tess Sharpe

balken_blau

Genre: Thriller
Verlag: Grand Central Publishing
ISBN: 978-1-538-74409-3
Preis: $26
Erscheinungsdatum: 6. März 2018
Format: Hardcover

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an Grand Central Publishing. (via NetGalley)

Goodreads

Never cut the drugs–leave them pure.
Guns are meant to be shot–keep them loaded.
Family is everything–betray them and die.

Harley McKenna is the only child of North County’s biggest criminal. Duke McKenna’s run more guns, cooked more meth, and killed more men than anyone around. Harley’s been working for him since she was sixteen–collecting debts, sweet-talking her way out of trouble, and dreading the day he’d deem her ready to rule the rural drug empire he’s built.

Her time’s run out. The Springfields, her family’s biggest rivals, are moving in. Years ago, they were responsible for her mother’s death, and now they’re coming for Duke’s only weak spot: his daughter.

With a bloody turf war threatening to consume North County, Harley is forced to confront the truth: that her father’s violent world will destroy her. Duke’s raised her to be deadly–he never counted on her being disloyal. But if Harley wants to survive and protect the people she loves, she’s got to take out Duke’s operation and the Springfields.

Blowing up meth labs is dangerous business, and getting caught will be the end of her, but Harley has one advantage: She is her father’s daughter. And McKennas always win.

Content Note:
Die Autorin selbst hat eine sehr ausführliche Liste geschrieben. Schaut sie euch unbedingt an, in dem Buch steckt einiges.

Zum Buch:
Stell dir vor, du bist acht Jahre alt. Stell dir vor, dein Vater zerrt einen Mann in euren Schuppen. Stell dir vor, dein Vater bringt diesen Mann um.
Genau damit konfrontiert Tess Sharpe uns und Protagonistin Harley gleich zu Beginn ihres neuen Romans, „Barbed Wire Heart“. Ich muss wohl nicht weiter erwähnen, dass ich mich danach nur schwer vom Buch losreißen konnte.

Ich muss zugeben, das Buch war anders als ich dachte – ganz anders. Manche Dinge kamen nicht überraschend: Es ist eine Geschichte, die sich viel mit Gewalt auseinandersetzt. Häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt, tödliche Gewalt. Sie zeigt sich in vielen Varianten und Facetten, kommt aus ganz offensichtlichen Ecken, aber auch von Menschen, von denen es am wenigstens erwartet werden sollte. Von Menschen, die dir nahestehen und es eigentlich tatsächlich gut meinen, deren Verhalten deswegen aber nicht minder gewaltvoll ist.
Es wäre einfach gewesen, dies zu einer „simplen“ Rachestory zu machen. Tess Sharpe macht es besser. „Barbed Wire Heart“ versteht, dass Gewalt allein nicht das Ziel sein kann. Ein Mittel, ja, aber nie die Lösung. Und so ist es auch eine Geschichte, die viel darüber spricht, diese Gewalt zu durchbrechen, zu überwinden. Ob das nun Frauen sind, die anderen einen Unterschlupf gewähren, wo sie sicher sein können. Oder Frauen, die einander beschützen. Oder ein junger Mann, der selbst viel Schweres durchgemacht hat, und der trotzdem einfühlsam und freundlich ist. Oder die bewusste Entscheidung, einen anderen Weg zu gehen.

In diesem Kontext kommen noch einige konkretere Probleme zur Sprache: Allem voran Sexismus und der brutalsten Seite der Rape Culture, in der wir leben. Bisweilen auch Rassismus in Bezug auf Charaktere, die Native American sind, auch wenn das nicht der Fokus der Geschichte ist – was tatsächlich nicht ausreicht, wie ich finde. Ohnehin fehlten mir einige Intersektionen, auch: Was ist mit trans Frauen? Dass Unterstützung für alle Frauen wichtig ist, wird betont, aber was genau bei „alle“ hineinzählt, wird nicht gesagt – leider leben wir aktuell noch in einer Welt, in der aber genau das notwendig ist.
Desto wichtiger ist: Das Buch zeigt und betont, wie essenziell Empowerment ist. Selbst aktiv zu werden oder auch denen, denen es bisher verwehrt blieb, die Wahl zurückzugeben – nicht zuletzt für das eigene Selbstwertgefühl und die Fähigkeit, für sich selbst einzustehen.

Allein dafür habe ich das Buch geliebt. Für die Bereitwilligkeit, schwere Themen anzusprechen, ohne in Klischees zu verfallen und sich Stereotypen zu bedienen. Auch dafür, dass die Charaktere gleichermaßen „weich“ und „hart“ sein können, dafür dass Überleben Stärke sein darf, dafür das ungemütliche Diskussionen über die Fehler unserer Liebsten nicht ignoriert werden. (Abgesehen davon ist „Barbed Wire Heart“ auch ein spannender Thriller.)
Und am Ende des Tages … auch das Wissen, dass der Sexismus anderer deren Schwäche ist – sie werden dich nicht kommen sehen.

Ein kurzes Wort noch zum Thema Sexualität, einfach weil es einigen vielleicht wie mir ging: Ich habe „Far From You“ von der Autorin mehrfach gelesen und das Buch bedeutet mir sehr viel. Dadurch hatte ich es in meinen Kopf bekommen, dass auch „Barbed Wire Heart“ keinen Heterocast haben wird. Und es stimmt, hier und da wird erwähnt, dass Personen in queeren Beziehungen leben. Abgesehen davon wird Sexualität nicht konkret angesprochen, es gibt jedoch auch keine weiteren same-sex-Beziehungen und in einem Tweet verkündete Tess Sharpe, dass Harley hetero ist. Das war im ersten Moment enttäuschend, aber es mindert nicht die Wichtigkeit der Themen, die konkret angesprochen werden.

Spannend, schmerzhaft und wichtig. Sicherlich kein Buch, das für alle geeignet ist, werft unbedingt einen Blick auf die Content Notes! Wenn ihr es aber lesen könnt, möchte ich es euch ans Herz legen. Tess Sharpe kann schreiben, nicht nur vom Handwerklichen her. Bei mir sollte bald schon der nächste Reread anstehen.

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