The Diabolic | S.J. Kincaid

balken_blau

Reihe: The Diabolic #1
Genre: SciFi
Verlag: Simon & Schuster
ISBN: 978-1-471-14838-5
Preis: £9.99
Erscheinungsdatum: November 2016
Format: Paperback

Goodreads

Nemesis is a Diabolic. Created to protect a galactic Senator’s daughter, Sidonia. There’s no one Nemesis wouldn’t kill to keep her safe. But when the power-mad Emperor summons Sidonia to the galactic court as a hostage, there is only one way for Nemesis to protect Sidonia.

She must become her.

Now one of the galaxy’s most dangerous weapons is masquerading in a world of corruption and Nemesis has to hide her true abilities or risk everything. As the Empire begins to fracture and rebellion looms closer, Nemesis learns that there is something stronger than her deadly force: the one thing she’s been told she doesn’t have – humanity. And, amidst all the danger, action and intrigue, her humanity might be the only thing that can save her, Sidonia and the entire Empire…

Content Note:
Rape Culture als Teil der kulturellen Landschaft, Vortäuschen einer psychischen Erkrankung, „Kill Your Queers“-Trope

Zum Buch:
Gelesen habe ich das Buch vor fast einem Jahr und von den Details hatte ich nicht mehr viel aktiv im Gedächtnis – zurück blieb vor allem das Gefühl, vom Buch enttäuscht gewesen zu sein. Aber warum? Die Lesenotizen halfen im ersten Moment nicht viel: Der Einstieg mag langsam gewesen sein, aber die Autorin schafft eine spannende Welt, die sich, neben dem Hauptplot, durchaus auch damit beschäftigt, wie in einer Diktatur Abhängigkeit geschaffen wird. Im ersten Moment mutete es etwas seltsam an: Die Menschheit lebt längst auf verschiedenen Planeten verteilt, Raumfahrt ist keine große Kunst mehr – oder doch? Es ist nämlich verboten, Naturwissenschaften zu studieren, anzuwenden, was wenig zielführend scheint, wenn genau das notwendig ist, um die aktuellen Standards am Leben zu erhalten. Andererseits haben wir so ein perfektes Beispiel dafür, wie ein Großteil der Menschheit von einem kleinen Teil abhängig gemacht wird, für den solche Gesetze natürlich nicht gelten.

Auch andere Aspekte der Gewalt stellt die Autorin gut dar. Seien es die Schwierigkeiten, in einer diskriminierenden, heuchlerischen Gesellschaft das Richtige zu tun, oder ganz banal Kampfszenen, die sich beim Lesen vor meinem inneren Auge abspielten, als würden ich sie in einem Film sehen. In dem Kontext fand ich es auch fantastisch, dass Nemesis, die für den Kampf trainiert und sozialisiert ist, die eine Assassine ist, tatsächlich tötet. Oft wird gesagt, dass ein Charakter gefährlich ist, aber es spiegelt sich nicht in der Handlung wider. Nemesis wurde künstlich erschaffen und Mitleid mit Menschen war kein Teil des Prozesses – die Autorin vergisst das nicht nach den ersten 50 Seiten und zeigt uns, was das für die Figur und ihr Handeln heißt.

Und dann kam ich zu den restlichen Notizen, die mir wieder in Erinnerung riefen, warum die Freude über solche Details schnell verflog. In Sachen Diversity ist das Buch eher fragwürdig. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Charakter eine psychische Erkrankung vortäuscht (mit Grund, aber es soll nicht unerwähnt bleiben), und auch die Frage nach Charakteren of Color kann ich nicht gänzlich beantworten. Grundsätzlich werden alle Charaktere mit brauner Haut geboren, können aber frei sämtliche Aspekte ihres Äußeren verändern lassen – inklusive der Hautfarbe. Was ich davon halten soll, weiß ich nicht so recht. Bei Interesse könnt ihr euch dieses Review ansehen, die Rezensentin spricht auch länger über diesen Aspekt des Buches.
Leider konnte es sich die Autorin auch nicht nehmen lassen, den (bisher) einzigen queeren Charakter zu ermorden. Danke für nichts, es ist ja nicht so, als gäbe es nicht ohnehin viel zu wenige dieser Charaktere. Da ist es besonders schön, wenn die wenigen, die es gibt, nicht lange mit dabei sind.

Auch die Romanze hätte sie am besten weggelassen. Für euch ist das sicherlich nichts Neues, aber die Formel Mann + Frau = Chemie klappt nicht automatisch, da muss schon ein bisschen mehr her, damit es zwischen den Charakteren funkt. Als Teil des Plots war es unnötig, vor allem auch in Hinblick auf die Idee, dass Liebe dafür sorgt, dass Nemesis sich menschlich fühlt. Wenn es allgemein Liebe betreffen würde – platonisch, romantisch, die Zuneigung zu anderen Wesen – wäre ich sofort dabei. Aber so liegt der Fokus mal wieder auf einer unausgegorenen Romanze, die als Symbol für Menschlichkeit gilt – und unterm Strich bleibt für mich stehen, dass Leute, die nicht romantisch lieben, nicht menschlich (genug) sind. Auch dafür herzlichen Dank. (Außerdem muss ich mich doch sehr wundern, wenn ein Typ jemanden angeblich liebt, ihr aber auch Elektroschocker installiert und installiert lässt, weil sie gefährlich sein könnte. Dude.)

Insgesamt kein sehr prickelndes Erlebnis. Der Plot an sich ist spannend genug, die Details versalzen die Suppe aber ordentlich. Da brauche ich leider keine zweite Portion mehr.

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Mittlerweile ist auch Band zwei erschienen: The Empress. Wer lieber auf Deutsch liest, braucht ebenfalls nicht zu verzagen: Die Reihe ist bei Arena untergekommen, welche die Titel mit schrecklich nichtssagenden Covern veröffentlicht.

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