The Gloaming | Kirsty Logan

balken_blau

Genre: Magical Realism
Verlag: Harvill Secker
ISBN: 978-1-911-21593-6
Preis: £12.99
Erscheinungsdatum: 19. April 2018
Format: Hardcover

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an Harvill Secker (via NetGalley).

Goodreads

Mara’s island is one of stories and magic. She knows she’ll eventually end her days atop the cliff, turned to stone and gazing out at the horizon like all the villagers that went before her, drawn by the otherworldly call of the sea. Her whole family will be there too, even her brother Bee and her sister Islay.

But the island and the sea do what they want, and when they claim a price from her family, Mara’s world changes forever.

As years pass and Mara grows into herself and her scars, a chance meeting with the magnetic Pearl brings magic to life once more in ways that Mara never thought possible, in a story that she never would have dreamed for herself before.

Content Note:
Ertrinken und familiäre Tode, schwere Verletzungen

Zum Buch:
„The Gloaming“ ist ein loses Prequel zu Kirsty Logans vorherigem Roman, „The Gracekeepers“. Ein absolutes Muss für Fans, aber auch ein guter Start solltet ihr noch nichts von ihr gelesen haben. Um ehrlich zu sein, konnte ich keine konkreten Verbindungen zwischen den beiden Romanen entdecken, allerdings ist es auch schon eine ganze Weile her, seit ich den ersten gelesen habe. Was ich entdeckte: Kleine Verbindungen zu ihren Kurzgeschichten, was mir sehr gefiel – der Gedanke, dass all diese verschiedenen magischen Elemente Teil der gleichen Welt sind. Trotzdem müsst ihr keine der Geschichten kennen und könnt direkt mit „The Gloaming“ starten. (Wobei es im Nachhinein doch einige Parallelen zum ersten Roman gibt: queere, sich liebende Frauen, die unerbittliche, schöne See als großer Teil der Geschichte, die ruhige Erzählweise, der lyrische Schreibstil.)

Ich bin noch nicht sicher, ob ich generell ein Fan von Magical Realism bin, aber ich bin definitiv ein Fan von Kirsty Logans. Ich liebe diese Details, durch die ihre Welt letztlich nicht ganz unsere ist, die sie aber nicht zu sehr verändern, dass es nicht auch unsere sein könnte. Teilweise war gar nicht richtig ersichtlich, was nun magisch ist oder nicht. Gibt es Selkies? Was passiert mit den Toten? Ist das Meer wirklich willens, mit uns zu verhandeln? Es steckt eine gewisse Schönheit, eine eigene Magie in diesem Nicht-ganz-wissen, die das Buch umso reizvoller macht.

Das ist auch notwendig, denke ich, da auch dieses Buch eine eher ruhige Geschichte beinhaltet – gewissermaßen. Es passiert viel, der Plot erstreckt sich über Jahre, für manche über ein ganzes Leben. Aber es ist eine voranschleichende Erzählung, die sich nur langsam dem Ende nähert und dennoch fesselt. Wir sehen Leben und Tod, Glück und Reue, die Isolation, die es mit sich bringt, irgendwo festzustecken, wie Traurigkeit den Geist vergiften kann. Diese fast-oder-auch-gänzlich-magischen Elemente wirken manchmal wie ein kleines Licht, das sowohl die Charaktere als auch die Lesenden benötigen.

Im Zentrum all dessen steht Mara, auch wenn sie nicht der alleinige Fokus der Geschichte ist. Immer wieder gibt es Sprünge – zwischen Charakteren, zwischen Zeiten. Genauso wie das Meer selbst Gestein abträgt, offenbart der Text immer neue Schichten, enthüllt neue Tiefen, Geheimnisse, manchmal nur die Vergangenheit, manchmal schreckliche und umso menschlichere Gedanken. Es war faszinierend zu sehen, wie Logan ein harmonisches Ganzes kreierte, ohne dass die Erzählung zu sprunghaft wurde. Wie sie teils so unterschiedliche Charaktere zu verknüpfen wusste: Maras Eltern, ein Boxer und eine Ballerina; Mara und ihre Schwester Islay, eine unscheinbar und vernarbt, die sich zu verstecken sucht, die andere herkömmlich schön, fordernd und bisweilen fast grausam; die Schwestern und ihr kleiner Bruder Bee, zwei geliebt und einer verehrt; Mara und ihre Liebhaberin Pearl, eine stets von der Insel angezogen, die andere drängt es auf die See, in die Freiheit.

Und wenn wir einmal beim Thema Liebhaberin sind: Ich bewundere Kirsty Logan für die Sexszenen im Buch. Sie sind ansprechend, ohne je blumig oder wischiwaschi zu sein. Es war auch so schön, zwei queere Frauen zu sehen, wie sie einander kennenlernen und lieben. Kleine Warnung, auch ihre Beziehung ist nicht ohne Probleme. Aber gerade anfangs war eine Verspieltheit dabei, die sehr zufriedenstellend zu lesen war.

Ob ihr nun Fans von Kirsty Logan seid oder nicht, solange ihr ein bisschen Magie mögt und die See in all ihrer Grausamkeit und Schönheit liebt, so lange ihr auf eine stürmische Insel entführt werden wollt, dann solltest ihr definitiv zu „The Gloaming“ greifen.

balken_blau Bisherige Rezensionen zur Reihe: The Gracekeepers

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2 thoughts on “The Gloaming | Kirsty Logan

    • Da nicht für und danke für das Kompliment! :) Wenn dir Gracekeepers gefallen hat, kannst du mit The Gloaming wirklich nichts falsch machen. Wir mussten lange warten, aber es hat sich gelohnt!

Und ihr so?

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